Die Momentum Anlagestrategie bei n-tv
Anfang April 2007 gab es im Rahmen der n-tv Sendereihe „Investment Check“ ein ca. 3½minütiges Erklärstück zum Thema „Momentumstrategien“. Dieser Beitrag wurde später noch einige Male wiederholt. Wer ihn verpasst hat, kann ihn sich hier bei

n-tv noch einmal anschauen.

Artikel zum Film Momentum-Anlagestrategie
Auf Trends setzen
Quelle: n-tv.de, Artikel: Auf-Trends-setzen
Zug für Zug und mit Berechnung zum Ziel - als Schachlehrer ist es Ralf Goerke gewohnt, die kommenden Schritte vorauszuplanen. Auch bei der Geldanlage mag der technische Analyst nichts dem Zufall überlassen. Bei der Auswahl von Investments setzt er auf eine Momentum-Strategie. "An der Börse existiert das Phänomen der Trendkontinuität. Es lässt sich sehr häufig beobachten, dass Aktien, die eine Richtung eingeschlagen haben, diesen Trend über einen längeren Zeitraum fortsetzen. Und nach diesem Prinzip richtet sich die Momentum-Strategie, sich diesem Trend anzuhängen", erläutert Goerke.

Momentum-Investoren folgen bestehenden Trends. Grob vereinfacht setzen sie auf Werte, die bereits Fahrt aufgenommen haben. Der Hintergedanke: Einmal angeschoben, lässt sich schneller Geschwindigkeit aufbauen als aus dem Stand. Das Momentum sagt, wie stark sich ein Wert in welche Richtung bewegt hat. "Das Momentum ist grundsätzlich ein Quotient, der derart ausgerechnet wird, dass das aktuelle Kursniveau ins Verhältnis gesetzt wird zu einem Kursniveau der Vergangenheit oder auch zu einem durchsnittlichen Kursniveau der Vergangenheit", erklärt Goerke.
Autowerte unter Favoriten

Liegt der aktuelle Kurs über dem Kurs der Vergangenheit, ist das Momentum größer eins - die Aktie befindet sich in einem Aufwärtstrend. Analog signalisiert ein Momentum kleiner eins einen Abwärtstrend. Die genauen Werte der Dax-30-Unternehmen hat Goerke in Ranglisten zusammengestellt. Den stärksten Aufwärtstrend zeigen aktuell Volkswagen, Daimler-Chrysler und die Deutsche Börse.

Wohin die Börse geht, lässt sich auch für jedes Land der Welt und für jeden Einzelindex berechnen. Besonders trendstark zeigt sich der chinesische Shanghai composite, gefolgt vom deutschen Tech-Dax. Der Dax dagegen rangiert nur auf Platz 27 und weist nur noch ein schwaches positives Momentum auf. "Der große Vorteil aus der Sicht des Anlegers ist der, dass er über solche Relative-Stärke-Ranglisten die Märkte miteinander vergleichbar machen kann hinsichtlich ihrer Trendrichtung und auch hinsichtlich ihrer Trendintensität und hat somit die Möglichkeit, gerade in den trendstarken Märkten investiert zu sein", weiß Goerke.

Doch Vorsicht: Was hoch steigt, kann auch tief fallen. Sinkt das durchschnittliche Momentum auf einen Wert unter eins, zeigt die Börsenampel rot - alles wird verkauft. Erst bei positivem Aktienklima steigt Goerke wieder ein. Grünes Licht gab sein Indikator zuletzt am 8. September vergangenen Jahres. Damals zeigten Volkswagen, Lufthansa und die Deutsche Börse das stärkste Momentum. Resultat: Ein Depot mit diesen drei Werten ist seitdem um 58 Prozent gestiegen. Der Dax dagegen hat im gleichen Zeitraum nur um 19 Prozent zugelegt.
Aktualisierung einmal pro Woche

Die Aktualisierung der Listen nach denen das Depot geführt wird, wird einmal pro Woche vorgenommen. Das ist also kein großer Zeitaufwand. Das Depot muss, da es sich um eine mittel - bis langfristige Strategie handelt, nur alle paar Wochen angepasst werden. "Es ist also für einen Anleger gedacht, der auf Sicht von Wochen oder Monaten in der richtigen Trendphase investiert sein möchten", meint Goerke.

Die Langzeitbilanz kann sich sehen lassen. Knapp 200 Prozent in zwölf Jahren schaffte der Dax, 1400 Prozent dagegen das Momentum-Depot. In der Baissephase 2000 bis 2003 waren Anleger mit dieser Strategie größtenteils gar nicht investiert. Eine Auszeit könnte Anlegern auch jetzt wieder drohen. Das weltweite Börsenklima jedenfalls ist inzwischen wieder negativ, das Börsenklima in Deutschland verschlechtert sich - wer dem Indikator folgt, steigt aus.


Beiträge meiner Telebörse-Kolumnen "Ralf Goerkes Aktienklima" und "Goerkes Chartsignale"
"Todeskreuz im DAX" vom Freitag, den 12. August 2011
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends

In der technischen Analyse gibt es die Begriffe „Gold-Kreuz“ und „Todeskreuz“. Dabei handelt es sich um die Überkreuzung zweier gleitender Durchschnitte. Dieser Schnittpunkt ergibt sich aus dem Durchbruch eines mittelfristigen 50-Tage gleitenden Durchschnitts (50-Tage-GD) durch eine langfristige 200-Tage-Linie (200-Tage-GD).

Erfolgt die Überschneidung des mittelfristigen GDs durch den langfristigen GD von unten nach oben, spricht man von einem „Gold-Kreuz“. Dieser Begriff ist positiv belegt und soll dem Anleger signalisieren, dass jetzt wahrscheinlich eine bullishe Phase beginnt. Durchbricht die 50-Tage-Linie jedoch die 200-Tage-Linie von oben nach unten, dann spricht man von einem so genannten „Todeskreuz“. Und genau das ist heute im DAX passiert!
Der durchaus dramatisch gewählte Begriff soll dem Anleger vor Augen führen, dass in der nächsten Zeit tendenziell mit eher weiter fallenden Kursen zu rechnen ist.

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Abb. 1 DAX mit Gold- (G) und Todeskreuzen (T)
Im nebenstehenden Chartbild (Abbildung 1) sehen Sie den DAX über einen Zeitraum der letzten fünf Jahre und der 200-Tage-Linie in rot sowie der 50-Tage-Linie in blau.
Die Schnittpunkte sind durch einen gelben Kreis hervorgehoben und mit einem „G“ für Gold-Kreuz und einem „T“ für Todeskreuz gekennzeichnet. Sie können erkennen, dass es nicht gerade alle Tage zu solchen Überschneidungen kommt und deshalb so einem Signal eine gewisse Bedeutung zukommt, auf das viele achten.
Die Signale haben mittelfristigen Charakter, da es durchaus Monate, ja manchmal mehr als ein Jahr dauern kann, bis es zu einem Gegensignal kommt. Alle hier aufgeführten Signale waren gewinnträchtigt, weil der DAX ein Index ist, der dazu neigt, des Öfteren längere Trendphasen auszubilden. In eher seitwärts gerichteten Marktphasen kommt es häufiger zu Überkreuzungen, deren Befolgen dann auch im Verlust enden können.
Nach dem letzten Todeskreuz-Signal (T1) am 25. Januar 2008 bei einem Indexstand von 6.817 Punkten stürzte der DAX bis Anfang März 2009 auf 3.589 Punkte ab. Das entspricht einem Kursrückgang von immerhin 47%. Das muss keinesfalls bedeuten, dass auch jetzt wieder ein vergleichbarer Kursverfall bevor steht. Ein Zeichen der Ermutigung ist es aber in keinem Fall.
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Abb. 2 DAX-Handelssystem
Es ergibt sich nun die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, solchen Signalen zu folgen. Was wäre also passiert, wenn wir in den letzten 10 Jahren bei einem Gold-Kreuz „long“ gegangen wären (also auf steigende Kurse spekuliert hätten) und bei einem Todeskreuz entsprechend „short“ gegangen wären? Die Antwort darauf gibt Ihnen die nächste Grafik (Abbildung 2).
Sie sehen im oberen Chartfenster den DAX langfristig mit den schon erwähnten gleitenden Durchschnitten. Bei einem Gold-Kreuz erscheint ein aufwärts gerichtetes grüne Dreieck und bei einem Todeskreuz ein abwärts gerichtetes rotes Dreieck. In den letzten 10 Jahren gab es fünf Kauf- und fünf Verkaufssignale – also im Durchschnitt etwa ein Signal pro Jahr. Es handelt sich hierbei also um ein Handelssystem für den eher mittel- bis langfristig orientierten Anleger, das auch kostenschonend ist, da durch die geringe Signalfrequenz die Provisionen durch Depotumschichtungen in überschaubaren Grenzen gehalten werden.
Die Performance-Kurve des Handelssystems im unteren Chartfenster zeigt nach oben, was für das System spricht. Allerdings wird auch deutlich, dass nicht jedes Signal einen Gewinn brachte und in drei Fällen der Signalwechsel recht nah beieinander lag.
In jedem Fall war es nach dem Auftreten eines grünen Dreiecks leichter, an der Börse durch eine Spekulation auf steigende Kurse Geld zu verdienen, als nach einem roten Abwärts-Dreieck.

Fazit
Gold- und Todeskreuze sind oftmals markante Punkte in einem Chart. Der Anleger sollte sie beachten und nicht gegen ihre Trendrichtung spekulieren, weil er sich damit nämlich gegen den Markt stellt. Achten Sie auf die Signale der Märkte und nicht auf diejenigen, die jetzt schon wieder „Kaufen, kaufen, kaufen!“ schreien! Bedenken Sie: Menschen irren! Märkte nie! Der Markt hat immer Recht! Ich muss mich dem Markt anpassen, wenn ich an der Börse überleben will. Stellen Sie also weitere Käufe b. a. w. zurück und bleiben Sie diesen völlig unberechenbaren Märkten fern! So lange, bis vielleicht das nächste Gold-Kreuz erscheint. Aber das kann dauern.
"Willkommen in der Baisse" vom Freitag, den 05. August 2011
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Die technische Analyse hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass sie Sachverhalte sehr schön verdeutlichen kann. So steht derzeit fest, dass sich die technische Situation in den Börsenindizes weltweit durch die Kursrückgänge dramatisch verschlechtert hat. Dies geht soweit, dass ein Crash nicht mehr ausgeschlossen werden kann.

Billigt man den Börsen einen Antizipationsmechanismus zu, der wirtschaftliche Veränderungen vorwegnimmt, dann lässt die derzeitige Situation den Schluss zu, dass wir möglicherweise in den Industrienationen am Beginn einer Rezession stehen.

Die technischen Signale in einzelnen Indizes, die das Ausmaß des ganzen Dramas vor Augen führen, lassen sich beispielhaft wie folgt darstellen:

Im MSCI/Welt-Aktienindex wurde vorgestern ein wichtiges charttechnisches Signal generiert.

In den letzten Monaten hatte sich in diesem weltweit beachteten Aktienindex eine so genannte Schulter-Kopf-Schulter – Formation (SKS-Formation) herausgebildet (s. Chartbild 1). Sie gilt in der Chartanalyse als Umkehrformation. Von einer oberen Umkehrformation spricht man, wenn sie nach einem Aufwärtstrend erscheint. Bildet sie sich spiegelbildlich nach einem Abwärtstrend heraus, dann handelt es sich entsprechend um eine untere Umkehrformation.

Ein solches Kursmuster entsteht, wenn ein Markt ein neues Hoch ausbildet (K = Kopf) und die beiden Hochpunkte davor und danach (S = Schultern) etwas niedriger als das Hoch liegen. Verbindet man nun die Tiefpunkte, die sich innerhalb der Formation ausgebildet haben, miteinander, so erhält man die so genannte „Nackenlinie“. Das eigentliche Verkaufssignal entsteht nun, wenn der Kurs diese Nackenlinie von oben nach unten durchbricht. Das bedeutet nämlich, dass die Kräfte der Bullen nicht ausreichen, ein neues Kurshoch zu generieren. Damit ist der Aufwärtstrend am Ende. Und genau dies ist gestern im Welt-Aktienindex passiert (s. gelber Kreis Nr. 1)!
MSCI-Welt-mit-SKS-Formation
Abb. 1 MSCI/Welt-Aktienindex mit SKS-Formation
Die vorliegende SKS-Formation kennzeichnet sich durch eine hohe Symmetrie aus, was eher selten anzutreffen ist. Außerdem hat sie zwei „Schulterpaare“. Die linke Schulter hat sich Mitte Februar ausgebildet und insgesamt hat die gesamte Formation fast ein halbes Jahr gebraucht, um sich zu vervollständigen. Dies lässt den Schluss zu, dass auch die nun anstehende Korrektur- bzw. Baisse-Phase mit einer entsprechenden zeitlichen Ausdehnung zu sehen ist.
Bis wohin können die Kurse nun fallen? Auch hierzu gibt die Chartanalyse eine Antwort. Dazu wird die Kursdifferenz zwischen der Nackenlinie und dem bisherigen Hochpunkt vom gestrigen Durchbruch nach unten abgetragen. In der Grafik ist diese Kurszielprojektion als gelber Kreis Nr. 2 zu sehen.
Das rein charttechnische Bild passt also haargenau zu der schon beschriebenen Entwicklung des Aktienklimas, vor der ich schon vor Wochen an dieser Stelle gewarnt hatte (s. entsprechende Artikel Ende Juni und Ende Juli).

DAX-mit-200-Tage-Linie
Abb. 2 DAX mit 200-Tage-Linie
Auch im DAX hat sich etwas getan: Seit gestern fällt die 200-Tage-Linie wieder! Schauen Sie auf die nebenstehende Abbildung 2! Sie sehen hier den DAX in seiner Entwicklung der letzten fünf Jahre. Dazu ist die 200-Tage-Linie (rot) eingetragen.
Dieser gleitende Durchschnitt (GD) bildet in der technischen Analyse ein wichtiges Kriterium, ob ein Markt in einem gesunden Trend ist oder nicht. Dabei gilt, dass der Aufwärtstrend intakt ist, solange sich der Index oberhalb seines langfristig gleitenden Durchschnitts bewegt. Dies ist jedoch seit einigen Tagen nicht mehr der Fall. Am 01. August hat der DAX diesen GD von oben nach unten durchbrochen und jetzt neigt sich die Linie auch noch! Im unteren Fenster des Chartbildes sehen sie einen einfachen Indikator, der den Wert „1“ annimmt, solange der GD steigt. Fällt er, geht der Indikator auf Null (s. Pfeil).
Hieran können Sie erkennen, dass ein Wechsel in diesem langfristigen Durchschnitt erstens nicht alle Tage erfolgt und zweitens auch ein Signal bildet, dass zu einer längerfristigen Kursveränderung im Index führen kann, und zwar in die Richtung die der 200-Tage-GD vorgibt! In jedem Fall ist es ein bedenkliches Signal für unseren heimischen Markt.

TecDAX-mit-Todeskreuz
Abb. 3 TecDAX mit "Todeskreuz"
A propos „heimischer Markt“. Der TecDAX hat vorgestern als erster der deutschen Aktienindizes ein so genanntes “Todeskreuz“ ausgebildet! Eine solche Formation entsteht, wenn der 50-Tage-GD die 200-Tage-Linie von oben nach unten durchbricht. Dies ist in der nebenstehenden Abbildung 3 gut zu erkennen (gelber Kreis). Im umgekehrten Fall spricht man übrigens von einem Gold-Kreuz. Beides soll den mittelfristigen Ausblick in einer Aktie oder einem Index verdeutlichen.
Ein Überkreuzung dieser GDs in den anderen deutschen Teilindizes DAX, MDAX und SDAX steht nicht akut an, könnte aber durchaus in den nächsten beiden Wochen ebenfalls eintreten. Dass der TecDAX hier schon quasi „vorgeprescht“ ist, liegt daran, dass er durch die vielen schwachen Solarwerte zuletzt sehr viel schlechter gelaufen ist als die anderen Indizes.

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Abb. 4 Verhältnis steigender zu fallenden GDs
Schauen Sie auch bitte immer über den Tellerrand hinaus! Es reicht nicht – wie in der Chartanalyse leider immer wieder anzutreffen – sich nur einen Markt anzuschauen und daraus dann seine Schlüsse zu ziehen! Alle Märkte sind weltweit eingebettet und miteinander verflochten. Wir leben hier in Deutschland mit DAX & Co. nicht auf einer Insel und ein DAX wird sich einem schwachen Umfeld nicht so ohne weiteres längere Zeit entziehen können. Schauen Sie also erst immer auf die allgemeine Verfassung der Märkte, bevor sie sich einzelnen Indizes oder gar Aktien zuwenden!
Aber wie sieht es nun an den Märkten im Allgemeinen aus? Ich sage es Ihnen vorweg: Grottenschlecht!

Aber bitte: Bilden Sie sich selbst eine Meinung und schauen Sie auf die nebenstehende Abbildung 4:

Erstmals seit vielen Monaten ist die Anzahl der fallenden 200-Tage-Linien in den wichtigsten internationalen Indizes wieder größer als die Anzahl der noch steigenden 200-Tage-Linien (s. Balken links außen). Die kurz- und mittelfristigen GDs sind sowieso schon seit einigen Tagen „unter Wasser“. Und auch bei den Gold- und Todeskreuzen gibt es derzeit weitaus mehr Todes- als Gold-Kreuze – wen wundert’s?


Fazit
Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht noch einmal sehr schön den Wert des Aktienklima-Indikators, der bereits Ende Juni ein Verkaufssignal für die Aktienmärkte ausgab (s. vorherige Analysen).

Ich hoffe, dass Sie die Signale des Indikators ernst genommen haben und bereits seit einigen Wochen in Geldmarktfonds investiert sind. Dann können Sie die aktuelle Entwicklung entspannt abwarten. Da die Dämme vorerst gebrochen sind, heißt das aber trotzdem weiter für Sie klipp und klar: Finger weg von diesen Märkten! Es sei denn, Sie gehen short.

"Aktienklima-Indikator rät zur Vorsicht" vom Freitag, den 29. Juli 2011
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Verkaufssignal“ lautete die Überschrift dieser monatlichen Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor genau fünf Wochen (s. Kolumne vom 24.06.). Das Fazit lautete damals, dass wir uns mindestens in einer deutlichen Korrektur bzw. am Anfang einer (möglichweise auch nur vorübergehenden) Baisse befinden. Nach den beiden vorangegangen monatlichen Analysen („Die Unsicherheit bleibt“ und „Sell in May“) sollte Ihre Investitionsquote nicht mehr sehr hoch sein. Sie sollten nach Möglichkeit sogar besser ein leeres Depot haben, um entspannt auf bessere Zeiten warten zu können.

Im Durchschnitt der fünfzig wichtigsten Börsenindizes weltweit stieg das Kursniveau seit der letzten Analyse um 0,7%. Die größten Kursgewinner waren seither: SET-Index (Thailand) +10,9%, Jakarta Composite-Index (Indonesien) +7,7% und der Russian Traded Index (RTX) +7,4%. Die drei größten Verlierer waren: IPSA (Chile) 5,2%, BUX-Index (Ungarn) 4,7% und der heimische TecDAX 4,6%. Die anderen drei deutschen Teilindizes entwickelten sich wie folgt: DAX +1,0%, SDAX +0,7% und der MDAX 0,2%. Insgesamt lag das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererbörsen bei einem sehr ausgeglichenen Verhältnis von 26:24.

Auch wenn sich das allgemeine Kursniveau in den meisten Indizes bisher nicht oder zumindest nicht dramatisch abgeschwächt hat, so ist die Verfassung des internationalen Aktienklimas weiterhin als problematisch anzusehen.
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Abb. 1 Internationaler Aktienklima-Indikator
Die Grafik in der Abbildung 1 zeigt Ihnen die Entwicklung der durchschnittlichen Schwungkraft an den internationalen Börsen für den Zeitraum der letzten fünf Jahre. Grüne Phasen sind Perioden, in denen der Anleger mit entsprechendem Rückenwind anlegen konnte, da seine Investments von einem allgemein günstigen Aktienklima getragen wurden. In roten Phasen war es weitaus schwieriger, über die Erwartung steigender Kurse an den Börsen Gewinne zu machen, da die allgemeine Tendenz an den Börsen abwärts gerichtet war. Dem Anleger blies also quasi der Wind ins Gesicht. Deutlich ist z. B. der Abwärts-Schwung des Jahres 2008 zu erkennen als die Subprime-Krise den bisher letzten Crash auslöste.

Vor einem Monat fiel dieser Indikator nun erneut unter seinen Schwellenwert und eine „Rot-Phase“ hat begonnen. Das ist ein Signal für den Anleger, dass er vorsichtiger werden sollte, da die Tendenz an den Börsen jetzt wieder eher abwärts gerichtet ist. Von daher sollten Sie sich als Anleger mit Investments an der Börse weiterhin zurückhalten, da sich das Chance/Risiko-Verhältnis für Aktienanlagen im Allgemeinen verschlechtert hat.

Ein Blick auf die technische Verfassung der Aktien bestätigt diesen Eindruck.


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Abb. 2 DAX mit Global Market-Indikator
Die vorliegende Grafik (Abbildung 2) zeigt Ihnen den Global Market-Indikator, der die Trendqualität von über 1.000 deutschen und internationalen Aktien widerspiegelt. Dabei wird das Ergebnis über eine farbliche Abstufung mittels Ampelfarben gestaffelt dargestellt. Zur Information werden die Signale des Indikators in den DAX-Chart übertragen. Dies soll dem Anleger eine Orientierung geben, wann er an der Börse Gas geben kann und wann er eher auf die Bremse treten sollte. Da sich der Indikator zurzeit deutlich im roten Bereich befindet, heißt das natürlich für Sie zurzeit: Bremsen Sie Ihre Investitionen!
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Abb. 3 Relation steigende und fallende GDs
Ein beliebtes Mittel in der Technischen Analyse ist der gleitende Durchschnitt. Die Abbildung 3 zeigt Ihnen, wie Sie dieses technische Hilfsmittel zur Bewertung der Situation an den internationalen Aktienmärkten heranziehen können.
In der Grafik wird das Verhältnis steigender und fallender gleitender Durchschnitte (GDs) bei den fünfzig wichtigsten Börsenindizes per 23.06.2011 untersucht. Dabei werden drei GDs genommen: 40-Tage-GDs (kurzfristige Tendenz), 90-Tage-GDs (mittelfristige Tendenz) und 200-Tage-GDs (langfristige Tendenz). Die blauen Flächen stehen für steigende GDs in den Indizes und die roten umgekehrt für fallende GDs.
Im Bereich der kurzfristigen 40-Tage-Linien gibt es derzeit einen deutlichen Überhang an fallenden gleitenden Durchschnitten bei den Indizes. Ausgeglichen stellt sich das Verhältnis aktuell bei den mittelfristigen 90-Tage-Linine dar. Nur im Bereich der langfristigen 200-Tage-Linien gibt es noch einen Überhang an steigenden GDs.

Fazit
Das Aktienklima zeigt sich nach wie vor in einer schwierigen Phase. Selbst wenn sich Republikaner und Demokraten im US-Schuldenstreit doch noch einigen sollten, würde das sicherlich zunächst eine Erholung auslösen – aber was kommt danach? Es fehlen den Märkten derzeit einfach die Impulse durch ein positiv geprägtes Nachrichtenumfeld. Das sich die Amerikaner nicht einigen, scheint derzeit kaum jemand für möglich zu halten. Und wenn dieser Fall trotzdem eintreten sollte? Schließlich konnte sich bis Mitte September 2008 auch niemand vorstellen, dass eine US-Investment-Bank wie Lehman Brothers pleite gehen würde...

Wie auch immer, schonen Sie Ihre Nerven und bleiben Sie entspannt diesen Märkten fern. Es werden auch wieder bessere Zeiten kommen. Und dann kann man immer noch anlegen – mit Rückenwind! Denken Sie daran: Fahrradfahren mit Rückenwind ist leichter! Es kostet nicht soviel Kraft. Anlegen mit Rückenwind ist auch leichter. Es kostet Sie nicht so hohe Verluste!

"Verkaufssignal" vom Freitag, den 24. Juni 2011
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Die Unsicherheit bleibt“ lautete die Überschrift dieser monatlichen Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor drei Wochen (s. Kolumne vom 01.06.). Das Fazit lautete damals, dass der Monat Mai dieses Jahr aufgrund seiner insgesamt schwachen Tendenz mal wieder seinem Ruf als „Ausstiegsmonat“ gerecht geworden ist. Anleger sollten sich aus Sicherheitsgründen von der Börse fern halten, solange die Schwungkraft weiterhin nach unten zeigt.

Dass es tatsächlich besser gewesen wäre, der Börse den Rücken zu kehren, zeigt die Entwicklung der Indizes seit der letzten Analyse. Im Durchschnitt fielen die Kurse fünfzig internationaler Indizes seit Anfang Juni um 3,8%! Dabei zeigten die skandinavischen Börsen eine besondere Schwäche. Die Börsen Finnland, Schweden, Dänemark und Norwegen nehmen mit Kursverlusten zwischen 8% und 10% die ersten vier Rangplätze der größten Kursverlierer ein.
Auch die deutschen Teilindizes konnten sich dieser allgemeinen Entwicklung in diesem Monat bisher nicht entziehen: DAX -0,94%, MDAX -2,9%, SDAX -3,6% und TecDAX -5,4%.

Nur zwei Börsen schafften im Juni bisher ein Plus: Malaysia (+0,4%) und Argentinien (+2,4%). Das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererindizes liegt also nur bei mageren 2:48! Das zeigt Ihnen, dass sich die derzeitige Schwäche rund um den Globus zieht!
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Abb. 1 Internationaler Aktienklima-Indikator
Es wundert also nicht, wenn nach dieser Schwächetendenz nicht nur der Aktienklima-Indikator (Abbildung 1), sondern auch sein gleitender Durchschnitt inzwischen unter den Schwellenwert (1,0) gefallen ist (s. Pfeil rechts)! Nach der Systematik dieses Modells erhalten wir damit ein Verkaufssignal, weil wir das Stadium einer „Baisse“ (Rotphase) erreicht haben. Was vollkommen unklar ist, wie sich dieses Stadium nun weiter entwickeln wird. Folgt nun tatsächlich wieder ein Crash wie 2008 (s. Pfeil links) oder handelt es sich nur um eine vorübergehende Schwäche wie im Sommer 2010 (s. Pfeil oben)?
Unabhängig davon, wie es nun weitergehen wird, sollten Sie als Anleger sehr vorsichtig bleiben. Dies ist aufgrund der Unsicherheit der Situation nicht der Zeitpunkt, die Sommermonate mit einem vollen Depot zu überbrücken!

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Abb. 2 DAX mit Global Market-Indikator
Der Global Market-Indikator (Abbildung 2), der die technische Verfassung einer großen Anzahl deutscher und internationaler Aktien bewertet, bestätigt diese Einschätzung. Er ist vor wenigen Tagen in die dunkelrote Phase abgerutscht (s. Pfeil) – das erste Mal seit April 2009! Dies zeigt Ihnen, wie schlecht die Trendqualität der internationalen Aktien ist. Long-Positionen sind nach diesem Modell nur dann empfehlenswert, wenn der Indikator in einem der drei grünen Bereiche notiert. Davon sind wir weit entfernt. Auch hier kann nicht gesagt werden, wie lange die Phase jetzt andauern wird. Der Indikator signalisiert hier ebenfalls nur eines: Vorsicht!
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Abb. 3 Relation steigender und fallender GDs
Ein beliebtes Mittel in der Technischen Analyse ist der gleitende Durchschnitt. Die Abbildung 3 zeigt Ihnen, wie Sie dieses technische Hilfsmittel zur Bewertung der Situation an den internationalen Aktienmärkten heranziehen können.
In der Grafik wird das Verhältnis steigender und fallender gleitender Durchschnitte (GDs) bei den fünfzig wichtigsten Börsenindizes per 23.06.2011 untersucht. Dabei werden drei GDs genommen: 40-Tage-GDs (kurzfristige Tendenz), 90-Tage-GDs (mittelfristige Tendenz) und 200-Tage-GDs (langfristige Tendenz). Die blauen Flächen stehen für steigende GDs in den Indizes und die roten umgekehrt für fallende GDs.
Sie erkennen hier sofort, dass im Bereich der kurz- und mittelfristigen GDs internationaler Indizes bereits „Land unter“ herrscht. Hier ist die Anzahl der fallenden gleitenden Durchschnitte überwältigend. Nur die langfristigen 200-Tage-Linien steigen noch mehrheitlich. Sollte aber auch hier das Verhältnis in der nächsten Zeit „kippen“, wäre das ein Warnsignal, dass möglichweise eine längerfristige Abwärtsbewegung droht. Da die 200-Tage-Linie als zuverlässiger Langfrist-Indikator gilt, sollten Sie hier (zeitnah!) unbedingt auf Veränderungen achten!


Fazit
Die hier aufgezeigten Modelle sollen Ihnen als Anleger eine Orientierung geben, wo wir uns im Auf und Ab der Börsen befinden. Die unterschiedlichen Modelle mit unterschiedlichen Berechnungsmethoden kommen zu einem einheitlichen Ergebnis: Wir befinden uns mindestens in einer deutlichen Korrektur bzw. am Anfang einer (möglichweise auch nur vorübergehenden) Baisse. Nach den beiden vorangegangen Analysen sollte Ihre Investitionsquote ohnehin nicht mehr sehr hoch sein. Spätestens jetzt aber sollten Sie ein leeres Depot haben und entspannt auf bessere Zeiten warten!
Wer spekulativ eingestellt ist, setzt auf fallende Kurse. Ein Durchbruch durch die Marke von 7.000 Indexpunkten würde im DAX eine Unterstützung fallen lassen und ein charttechnisches Verkaufssignal generieren.
"Die Unsicherheit bleibt" vom Mitwoch, den 01. Juni 2011
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends

Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Sell in May …“ lautete die Überschrift dieser monatlichen Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor sechs Wochen (s. Kolumne vom 19.04.). Das Fazit lautete damals, dass ich von meiner auch schon im Vormonat geäußerten Empfehlung zu einer eher vorsichtigen Haltung zu Börsenengagements immer noch nicht abrücken konnte. Das Umfeld mit eher schlechten wirtschaftlichen Nachrichten zusammen mit der für Börsen allgemein schwierigen Jahreszeit (Mai – Oktober) bot nicht den gewünschten Nährboden für eine gutes Chance/Risiko-Verhältnis bei Börsengeschäften. Hinzu kam, dass das durchschnittliche Momentum (Schwungkraft) der wichtigsten Börsenindizes weltweit eher abwärts gerichtet und eine Trendwende dieser Tendenz nicht zu erkennen war.

Schaut man sich die Entwicklung der Börsen im gerade abgelaufenen Monat an, so hat man als Anleger tatsächlich nicht viel verpasst. Im Durchschnitt fielen die Kurse fünfzig internationaler Indizes im Mai um 2,2%. Die deutschen Teilindizes zeigten in ihrer Entwicklung ein gemischtes Bild: DAX (-2,94%), MDAX (+1,34%), TecDAX (-1,97%) und SDAX (+1,83%). Wie schwach die Tendenz an den Börsen im vergangenen Monat allgemein war, sieht man auch daran, dass nur neun der fünfzig untersuchten Indizes weltweit den Monat mit einem kleinen Plus abschließen konnten.
Übrigens, der DAX und die großen US-amerikanischen Indizes erreichten genau am 02. Mai ihre bisherigen Jahreshochs. Insofern hat die Überschrift der Kolumne vom Vormonat in Anlehnung an eine altbekannte Börsenweisheit bis dato durchaus ihre Berechtigung!
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Abb. 1 Aktienklima-Indikator 3 Jahre
Das Momentum der weltweit wichtigsten Börsenindizes hat sich seit der letzten Analyse tendenziell weiter nach unten bewegt (Abbildung 1). Der Indikator selbst ist dabei sogar per Freitag letzter Woche unter seinen Schwellenwert (1,0) gefallen und bestätigt damit weiterhin den Status einer allgemeinen Korrektur, die wir an den Börsen zurzeit erleben (magentafarbene Phase). Der gleitende Durchschnitt des Indikators ist ebenfalls abwärts gerichtet und befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Oktober letzten Jahres. Der MACD im unteren Chartfenster liegt unter seinem Schwellenwert (Null-Linie) und zeigt ebenso eine fallende Tendenz. Die Kuh ist also – bezogen auf die allgemeine Börsentendenz – noch nicht vom Eis!
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Abb. 2 Global Market-Indikator
Der Global Market-Indikator, der die technische Verfassung einer Vielzahl deutscher und internationaler Aktien widerspiegelt und im Rahmen eines Börsenampel-Systems mit einer empfohlenen Investitionsquote verknüpft, war in den letzten Wochen wieder deutlich rückläufig (Abbildung 2). Dabei ist er aktuell in die neutrale Zone zurückgefallen (s. schwarzer Pfeil). Auch dies zeigt Ihnen als Anleger, dass Sie die derzeitige „Saure-Gurkenzeit“ gelassen mit geringer Investitionsquote oder vielleicht sogar leerem Depot überbrücken sollten. Denn zurzeit sieht es so aus, als ob Sie auch in naher Zukunft nicht viel verpassen würden.

Fazit
Der Mai ist seinem Ruf als „Ausstiegsmonat“ gerecht geworden. Solange die Schwungkraft an den Börsen auch weiterhin nach unten zeigt und die Unsicherheit damit bestehen bleibt, sollten Sie sich als Anleger aus Sicherheitsgründen von der Börse fern halten. Insofern bleibt die bisherige Empfehlung der letzten beiden Monate zur allgemeinen Zurückhaltung bei Börsenengagements weiter aktuell.
"Sell in May ..." vom Dienstag, den 19. April 2011
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Aufwärtstrend gebrochen“ lautete die Überschrift dieser monatlichen Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor fünf Wochen (s. Kolumne vom 11.03.). Das Fazit lautete damals, dass man als Anleger aufgrund der verschlechterten technischen Verfassung der Märkte das Marktgeschehen mit möglichst leerem Depot verfolgen sollte. In den Tagen danach ging es weiter abwärts, bevor dann allerdings weltweit eine wirklich kräftige, ja fulminante Erholung in den Indizes einsetzte. Dies führte dazu, dass seit damals das Kursniveau insgesamt um ca. 1,2% im Durchschnitt 50 internationaler Indizes angestiegen ist. Die deutschen Teilindizes profitierten auch von dieser Entwicklung: DAX (+0,65%), MDAX (+1,53%), TecDAX (+3,34%) und SDAX (+0,58%). Im Nachhinein muss also festgehalten werden, dass damalige Empfehlung, auszusteigen und den Ball flach zu halten, zu vorsichtig gewesen war.

Trotz des allgemeinen Anstiegs hat sich jedoch das technische Bild hinsichtlich der Schwungkraft der Märkte nicht sonderlich verbessert.
Bild-1-Allgemeiner-Aktienklima-Indikator-3-Jahre-Tagesbasis
Abb. 1 Internationaler Aktienklima-Indikator
Das Momentum der weltweit wichtigsten Börsenindizes (Abbildung 1) hat sich mit einer kurzen Unterbrechung durch die allgemeine Erholung der vergangenen Wochen (kurze hellgrüne Phase) tendenziell weiter nach unten bewegt (s. Pfeil). Der Indikator verläuft unter seinem gleitenden Durchschnitt, der ebenfalls schon seit Wochen fällt. Beide tendieren nur noch knapp über ihrem Schwellenwert (1,0). Das spricht nicht für eine vertrauenserweckende Schwungkraft in den Märkten. Aus jetziger Sicht muss die Erholung der letzten Wochen als Intermezzo angesehen werden, das die allgemeine Konsolidierungsphase, in der die Börsen seit Wochen stecken, nur kurz unterbrochen hat.

Bild-2-Allgemeiner-Aktienklima-Indikator-5-Jahre-Wochenbasis
Abb. 2 Aktienklima-Indikator (5 Jahre, Wochenbasis)
Da wir uns schon in der zweiten April-Hälfte befinden, rückt eine allseits bekannte Börsenweisheit wieder in den Vordergrund: „Sell in May and go away“. Wer diese Regel befolgt, sollte aber auch immer das Umfeld mit ins Kalkül einbeziehen. Die Abbildung 2 zeigt Ihnen einmal den Aktienklima-Indikator für den Zeitraum der letzten fünf Jahre auf Wochenbasis.
Immer dann, wenn dieser Indikator im Monat Mai des betreffenden Jahres (s. farbige Säulen) über seinem Schwellenwert notierte (weltweit günstiges Aktienklima) und eine steigende Tendenz aufwies, konnte der DAX in den folgenden Tagen und Wochen davon profitieren (grün). Lag er hingegen unter seinem Schwellenwert (weltweit ungünstiges Aktienklima) oder war seine Tendenz fallend, musste auch der DAX in der Folgezeit Kurseinbußen hinnehmen (rot).
Zwar beginnt der Mai erst in knapp zwei Wochen, die bisherige Tendenz des Indikators ist aber bis jetzt klar fallend. Es könnte also durchaus sein, dass sich die alte Börsenweisheit dieses Jahr wieder bestätigt.
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Abb. 3 DAX mit technischen Indikatoren
Die technischen Indikatoren für den DAX zeigen eine durchwachsene Tendenz. Der schon in der letzten Analyse besprochene Bruch des Aufwärtstrends ist immer noch aktuell (Abbildung 3). Ein Überwinden der Trendlinie gelang auch durch die jüngste Erholung bisher nicht. Inzwischen ist der DAX sogar wieder unter seine beiden, im Chart eingezeichneten gleitenden Durchschnitte gefallen.
Keines der drei folgenden Histogramme (blau) liegt derzeit über den oberen Stärke-Bändern. Erst dies wäre – neben einer akzeptablen Trendstärke (s. unterer Indikator) – ein Zeichen für einen relativ verlässlichen Aufwärtstrend (s. z. B. Oktober/November 2010). Davon sind wir derzeit noch weit entfernt.


Fazit
Von der im letzten Artikel empfohlenen vorsichtigen Haltung zu Engagements an der Börse kann ich aufgrund der allgemeinen Situation immer noch nicht abrücken. Das Umfeld mit eher schlechten Nachrichten (Schuldenkrise, steigende Rohstoffpreise) bietet neben der für die Börsen bevorstehenden schwierigen Jahreszeit (Mai – Oktober) nicht den gewünschten Nährboden für ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis bei Ihren Börsengeschäften.
"Aufwärtstrend gebrochen" vom Freitag, den 11. März 2011
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Abkoppelung“ lautete die Überschrift dieser monatlichen Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor genau vier Wochen. Den deutschen und den US-amerikanischen Indizes gelang bis dato eine weitgehende Abkoppelung vom allgemeinen Konsolidierungstrend an den Börsen, von dem insbesondere die Schwellenländer betroffen waren. Da aber gerade auch der deutsche Anleger von der noch guten technischen Verfassung der heimischen Börsen profitierte, lautete damals das Fazit kurz und bündig, Gewinne weiter laufen lassen. Denn der Aufwärtstrend war vollkommen in Ordnung. (s. Kolumne vom 11. Februar 2011).
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Abb. 1 Aktienklima-Indikator, 3 Jahre
Dies hat sich inzwischen jedoch deutlich geändert. Das Momentum der weltweit wichtigsten Börsenindizes hat sich in den letzten Wochen sukzessive weiter nach unten bewegt (Abbildung 1) und verläuft unterhalb seines fallenden gleitenden Durchschnitts (s. Pfeil). Vom Status Quo befinden wir uns schon seit Ende Januar in einer (magentafarbenen) Korrekturphase an den Börsen. Dass wir aus deutscher Sicht lange nichts davon mitbekommen hatten, lag an der im weltweiten Vergleich hohen Relativen Stärke des deutschen Aktienmarktes. Allerdings scheint es damit jetzt vorbei zu sein.

Bereits am Montag wies ich auf die Kerzenchart-Formation des „Abendsterns“ hin, die sich beim DAX in der Betrachtung als Kerzenchart auf Wochenbasis herausgebildet hatte (s. Kolumne „Goerkes Chartsignale“ vom 07.03.2011).
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Abb. 2 DAX mit technischen Indikatoren
Inzwischen gehen die Daumen für den DAX mehr und mehr nach unten, denn es mehren sich die Zeichen auch anderer Analysemethoden, dass der DAX in einer handfesten Korrektur steckt.
Da ist zunächst einmal der Bruch des seit Herbst letzten Jahres intakten Aufwärtstrends (Abbildung 2). Der heutige Kursbalken in der Chartgrafik ist noch nicht einmal mehr schwarz, sondern schon rot (s. Pfeil)! Die Histogramme liegen in zwei von drei Fällen unterhalb der unteren Stärke-Bänder und auch das Direktionale System ist inzwischen negativ. Damit ist klar, dass sich die technische Situation deutlich verschlechtert hat. Dies ist kein Markt für Trendfolger mehr.

Fazit
Die Party scheint erst einmal vorbei zu sein und man sollte sich das Marktgeschehen mit leerem Depot b. a. w. von der Seite aus anschauen. Ob sich die laufende Korrektur zu einer handfesten Abwärtsbewegung ausbilden wird, ist derzeit noch unklar. Ihr Depot sollte leer bzw. stark abgebaut sein. Die technische Verfassung (auch im internationalen Aktienklima) muss sich erst wieder verbessern, ehe über Neukäufe nachgedacht werden kann.
"Abkoppelung" vom Freitag, den 11. Februar 2011
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Momentumverlust“ lautete die Überschrift dieser monatlichen Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor genau vier Wochen. Darin wurde das Fazit gezogen, dass sich das internationale Aktien- und Rohstoffklima auch zu Beginn des neuen Jahres in einem unverändert guten Zustand zeigt. In einigen Märkten war jedoch ein fortschreitender Momentumverlust zu beobachten, der eine allgemeine Konsolidierung hätte einleiten können. Eine ernsthafte Gefahr für die bestehenden Trends war allerdings zum damaligen Zeitpunkt noch nicht auszumachen. Deshalb wurde ein weiteres Halten bestehender Positionen empfohlen (s. Kolumne vom 14. Januar 2011).

Tatsächlich fielen seither die fünfzig wichtigsten Indizes weltweit im Durchschnitt um 1,0%. Dabei fällt auf, dass es überwiegend die Indizes aus den Schwellenländern waren, die Kurseinbußen hinnehmen mussten. Dies trifft neben Ägypten auch die BRIC-Staaten Indien, Brasilien und China, während Russland als Rohstoff-Börse weiterhin noch ein hohes Momentum zeigt. Unbeeindruckt von dieser Phase der Unsicherheit zeigen sich zur Freude des deutschen Anlegers auch die hiesigen Indizes. So konnten seit der letzten Analyse alle vier deutschen Teilindizes zulegen: DAX (+3,7%), SDAX (+2,4%), MDAX (+1,8%) und der TecDAX (+1,6%).
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Abb. 1 RS-Rangliste Internationale Indizes
Damit gelingt dem deutschen Aktienmarkt eine fortgesetzte Abkoppelung vom allgemeinen internationalen Trend. Allerdings erhalten wir auch eine tatkräftige Unterstützung von den US-amerikanischen Indizes. Denn auch hier ist die Situation von starken Aufwärtstrends geprägt. Dies hat zur Folge, dass in einer Relative Stärke-Rangliste der fünfzig wichtigsten internationalen Indizes (Abbildung 1) derzeit die deutschen (gelb) und die US-Indizes (orange) das oberste Viertel der Rangliste einnehmen – ein wirklich seltenes Bild.
„Deutsche Aktien en vogue“, hieß es ja schon in der Dezember-Kolumne. Ein typischer Fall von Trendkontinuität, den wir hier zurzeit beobachten können.

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Abb. 2 Internationaler Aktienklima-Indikator
Dass sich die Situation weltweit bei „gleichgewichteter Betrachtung“ der Indizes etwas anders darstellt, sehen Sie im internationalen Aktienklima-Indikator (Abbildung 2).
Hier liegt der Indikator zwar noch über seinem Schwellenwert (1,0) und damit in der Zone eines weltweit günstigen Aktienklimas, er ist aber unter seinen gleitenden Durchschnitt gefallen, der sich inzwischen ebenfalls neigt. Demnach sind wir per Definition dieses Modells in das Stadium einer allgemeinen Konsolidierung eingetreten (magentafarbene Phase). Dass wir davon hier am deutschen Aktienmarkt bisher nichts merken, liegt eben an der außergewöhnlichen Stärke, die deutsche Aktien seit geraumer Zeit an den Tag legen.

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Abb. 3 DAX mit technischen Indikatoren
Ein Beispiel für diese Trendstärke sehen Sie in der nebenstehenden Grafik am Beispiel des DAX (Abbildung 3).
Die Betrachtung des Index mit einer Reihe ausgewählter Indikatoren besagt: Hier ist alles in Ordnung! Der DAX tendiert oberhalb einer aufwärts gerichteten Trendlinie und oberhalb seiner beiden gleitenden Durchschnitte. Die Histogramme liegen über ihren oberen Stärkebändern und unterstützen diesen insgesamt positiven Eindruck. Das Direktionale System im vorletzten Fenster ist ebenfalls in einem positiven Modus zurück gekehrt und die Trendintensität ist derzeit mittel (blau).


Fazit
Es gilt: The trend is your friend. Solange diese Phase der Outperformance anhält, schwimmt man als Anleger einfach mit und lässt seine Gewinne laufen. Halten!
"Momentumverlust" vom Freitag, den 14. Januar 2011
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Deutsche Aktien en vogue“ lautete die Überschrift dieser monatlichen Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor vier Wochen. Damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass in der fulminanten Jahresendrally 2010 gerade deutsche Aktien besonders gefragt waren.
Dies ließ sich einfach daran erkennen, dass in der relative Stärke-Tabelle der letzten Analyse drei der vier deutschen Teilindizes (DAX, MDAX und SDAX) unter den zwölf stärksten Indizes zu finden waren (s. Kolumne vom 17. Dezember 2010). Eine solche Kulmination deutscher Indizes im oberen Viertel einer solchen Rangliste ist ein eher selten anzutreffendes Ereignis. Damals lautete das Fazit, dass das weltweite Aktienklima keinen Anlass zur Kritik bot, so dass Positionen weiter gehalten werden sollten.

Tatsächlich setzte sich die allgemein freundliche Tendenz an den Börsen seit der letzten Einschätzung weiter fort. Im Durchschnitt legten internationale Indizes seither um 2,6% zu. Die deutschen Indizes waren zum Teil sogar noch etwas besser: TecDAX +6,0%, MDAX +3,9%, SDAX +2,4% und der DAX +1,3%. Das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererindizes betrug in den vergangenen vier Wochen 39:11. Die Bullen hatten also die Oberhand.
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Abb. 1 Internationaler Aktienklima-Indikator
Ein Blick auf das Aktienklima-Modell in der nebenstehenden Abbildung 1 zeigt Ihnen, dass der Indikator nun schon seit Mitte November nur noch mehr oder weniger seitwärts tendiert. Dabei kreuzte er seinen gleitenden Durchschnitt etliche Male sowohl in die eine als auch in die andere Richtung (s. Pfeil). Diese Tendenzlosigkeit ist ein Zeichen dafür, dass sich die Märkte zurzeit in der Phase einer Konsolidierung befinden. Und das ist auch gut so. Schließlich müssen die Kurssteigerungen der vergangenen Wochen erstmal verdaut werden. Eine weitere Konsolidierung wäre also nicht nur wünschenswert, sondern auch absolut normal und gesund.


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Abb. 2 DAX mit technischen Indikatoren
Im DAX ist gegenüber der Einschätzung von vor einem Monat ein deutlicher Momentumverlust festzustellen (Abbildung 2). Keines der Histogramme in den ersten drei Indikatorenfenstern liegt noch über den oberen (schwarzen) Bändern. Letzteres wäre ein Zeichen von Stärke. Eine irgendwie geartete Trendstärke ist momentan nicht feststellbar. Rein charttechnisch ist der seit Ende August 2010 laufende Aufwärtstrend Ende des Jahres im DAX nach unten gebrochen worden (s. Trendlinie). All dies macht deutlich, dass sich der Markt derzeit in der Phase einer allgemeinen Konsolidierung befindet. Allerdings ist ein solches Marktverhalten nach einem Anstieg wie dem der letzten Wochen auch als vollkommen normal einzustufen. Es kann durchaus sein, dass das aktuelle Marktstadium noch eine Zeit lang anhält. Erst ein Anstieg über das bisherige Hoch und über die Aufwärtstrendlinie mit Schlusskursen über 7.100 Punkten würde für eine Fortsetzung der Rally sprechen.

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Abb. 3 Global Market-Indikator
Die Situation im internationalen Umfeld hat sich gegenüber der vor einem Monat nicht verändert. Der Global Market-Indikator, der die technische Verfassung einer großen Anzahl deutscher und internationaler Aktien als Durchschnittswert widergibt, liegt immer noch im grünen Bereich (Abbildung 3).

Fazit
Das internationale Aktien- und Rohstoffklima zeigt sich auch zu Beginn des neuen Jahres in einem unverändert guten Zustand. In einigen Märkten ist jedoch ein fortschreitender Momentumverlust zu beobachten, der eine allgemeine Konsolidierung einleiten könnte. Eine ernsthafte Gefahr für die bestehenden Trends ist allerdings derzeit noch nicht auszumachen: Halten!
"Deutsche Aktien en vogue" vom Freitag, den 17. Dezember 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Jahresendrally“ lautete die Überschrift dieser monatlichen Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor fünf Wochen. Blicken wir zunächst kurz zurück, um zu sehen, was aus dieser Einschätzung geworden ist.
Das Fazit, das beim letzten Mal gezogen wurde, war, dass sich die internationalen Aktien- und Rohstoff-Märkte in einer unverändert guten technischen Verfassung befinden. Die seit dem Kaufsignal Anfang September (s. Kolumne vom 17. September 2010) erworbenen Positionen sollten weiter gehalten werden, da mit einer Fortsetzung der allgemein guten Tendenz an den Börsen gerechnet werden kann. Damit einhergehend sollte ebenfalls ein Fortgang der seit Mitte Oktober (Ausbruch aus der monatelangen Konsolidierungsphase des DAX) laufenden Jahresendrally zu erwarten sein.

Seit der letzten Analyse stieg das internationale Kursniveau von 50 weltweiten Aktienindizes im Durchschnitt um 1,6%. Dabei betrug das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererindizes in den vergangenen fünf Wochen 33:17. Die Bullen hatten also die Oberhand. Von dieser allgemein positiven Entwicklung profitierten insbesondere die deutschen Teilindizes. So sind unter den fünf größten Gewinnern immerhin drei(!) deutsche Indizes zu finden – eine absolute Rarität!
Der SDAX ist mit einem Plus von 9,1% der Index mit dem kräftigsten Zugewinn. Der TecDAX (Rang 4) legte 6,5% zu und der MDAX (Rang 5) 6,3%. Etwas abgeschlagen auf Rang 16 liegt der DAX mit einem Zuwachs von 4,3%. Rohstoffe stiegen seither – gemessen am CRB-Index – um 5,0%.
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Abb. 1 Internationaler Aktienklima-Indikator
Während sich der Aktienklima-Indikator in Abbildung 1 Mitte November noch in einer Hausse-Phase (dunkelgrüne Periode) befand, ist er inzwischen in eine leichte Konsolidierungsphase übergegangen (s. Pfeil). Dies ist allerdings nicht besonders schlimm, da solche Phasen nach Perioden mit starken Kurssteigerungen als durchaus normal einzustufen sind. Insgesamt kann die jetzige Situation aus „momentumtechnischer“ Sicht immer noch als durchaus befriedigend eingestuft werden, da sich der Indikator weiterhin in der Zone eines „weltweit günstigen Aktienklimas“ befindet. Außerdem wurde ebenfalls in der letzten Analyse eine solche „Pause“ in der allgemeinen Aufschwungphase durchaus in Erwägung gezogen (s. Analyse vom 12. November 2010).


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Abb. 2 DAX mit technischen Indikatoren
Auch im DAX kann die aktuelle technische Situation weiterhin als gut betrachtet werden. (Abbildung 2). Die Blaufärbung der Kursbalken (über den aufwärts gerichteten gleitenden Durchschnitten) signalisiert nach wie vor eine freundliche Tendenz. Die Histogramme in den drei Chartfenstern darunter liegen in allen Betrachtungszeiträumen über ihren oberen Stärke-Bändern, was ebenfalls positiv zu interpretieren ist.
Der Trend-Indikator im unteren Fenster, der die Trendstärke der aktuellen Bewegung farblich darstellt, zeigt die Farbe Blau, was einen derzeit mittelstarken Trend signalisiert. Das ist immer noch zufriedenstellend.

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Abb. 3 Global Market Indikator
Auch bei den internationalen Aktien steht das Börsenampel-System des von mir entwickelten „Global-Market-Indikators“ weiter auf Grün (Abbildung 3). Der Indikator, der die technische Verfassung einer großen Anzahl von Aktien bewertet und in einem Gesamtindikator widerspiegelt, hat seit der letzten Besprechung nur 0,05 Punkte verloren, was absolut zu vernachlässigen ist. Denn er liegt nach wie vor in der bestmöglichen Zone des Modells (s. schwarzen Pfeil).
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Abb. 4 RS-Rangliste Internationale Indizes
Wie stark gerade deutsche Aktien im internationalen Vergleich derzeit gefragt sind, zeigt Ihnen der Ausschnitt einer aktuellen Relative Stärke-Rangliste, wie Sie sie in Abbildung 4 sehen können.
Diese Rangliste ist nach dem Relative Stärke-Wert (Spalte F) 50 internationaler Aktienindizes sortiert und zeigt Ihnen die ersten zwölf Indizes dieser Rangliste. Eine solche Übersicht bietet Ihnen als Anleger den Vorteil, dass Sie hierdurch die Trendstärke (Momentum) unterschiedlicher Börsen miteinander vergleichen können. Sehen Sie selbst: Im oberen Dutzend finden Sie derzeit drei der vier deutschen Teilindizes. Nur der TecDAX, der durch die schwachen Solarwerte stark belastet wird, fällt hier aus dem Rahmen. Er liegt innerhalb dieser Rangliste aktuell nur auf Rang 27.
Eine solche „Ballung“ von deutschen Aktienindizes in der Spitze einer solchen Tabelle ist ein wirklich seltener Fall und kommt nur alle Jubeljahre einmal vor. Was also die Tendenz am hiesigen Aktienmarkt angeht, können wir als deutsche Anleger wirklich nicht meckern.

Fazit
Ich denk‘, es war ein gutes Jahr. Wer im September den Hinweis zum Kauf von Automobil-Aktien (s. Kolumne vom 17. September) wahrgenommen hat, konnte seither Kursgewinne von 39,1% (Volkswagen Vz.), 32,5% (BMW) oder 22,2% (Daimler) erzielen. Es lohnt sich also, zur richtigen Zeit (Beginn einer Hausse-Phase) in den richtigen Aktien (hohe Relative Stärke) investiert zu sein.
Aktuell bietet das weltweite Aktienklima keinen Anlass zur Kritik, so dass Positionen weiter gehalten werden können. Bleiben Sie also weiter investiert und schauen Sie ab und zu mal aufs Aktienklima! Es lohnt sich!
Ich wünsche Ihnen ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2011!
"Jahresendrally" vom Freitag, den 12. November 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Märkte im Hausse-Stadium“ lautete die Überschrift dieser monatlichen Kolumne zum allgemeinen Aktienklima Mitte Oktober. Es ist also wieder einmal Zeit, Farbe zu bekennen und zur Einschätzung vor vier Wochen Stellung zu nehmen.
Damals war das Fazit, dass sich die internationalen Aktien- und Rohstoff-Märkte in guter technischer Verfassung befinden. Dieser Umstand und die Tatsache, dass wir uns in der für Aktien guten Jahreshälfte (November bis April) befinden, führte zu der Empfehlung, investiert zu bleiben und Gewinne laufen zu lassen. Das eigentliche Kaufsignal war nämlich an dieser Stelle schon einen Monat vorher gegeben worden (s. „Kaufsignal im September!“).

In den letzten vier Wochen kam es an den Börsen weltweit zu einer breit angelegten Aufwärtsbewegung. Im Durchschnitt stiegen die 50 wichtigsten Indizes rund um den Globus um 1,7%. Das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererindizes betrug dabei 36:14.
Die deutschen Teilindizes konnten ebenfalls fast alle zulegen: DAX (+3,6%), MDAX (+2,1%), SDAX (+1,3%) und TecDAX (-2,0%).
Auch die an dieser Stelle favorisierten Rohstoffe legten zu. Ein Silber-Zertifikat verbesserte sich beispielsweise um 14,3% und ein Gold-Zertifikat um 2,6%. Beide waren allerdings auch schon im Vormonat stark gestiegen.

Die allgemein freundliche Tendenz ließ den hier regelmäßig veröffentlichten Aktienklima-Indikator in Abbildung 1 nochmals weiter ansteigen.
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Abb. 1 Allgemeiner Aktienklima-Indikator
Dieser Indikator bildet die Schwungkraft der 50 wichtigsten Börsenindizes weltweit ab. Dies hat für Sie als Betrachter den Vorteil, dass Sie erkennen können, in welche Richtung sich die internationalen Börsen ganz allgemein bewegen. So schauen Sie hierbei einmal – anders als bei den üblichen Chartanalysen, die sich nur mit einem Index beschäftigen – über den Tellerrand hinaus.

Der Indikator befindet sich nach wie vor in seinem bestmöglichen Zustand (s. Hausse-Pfeil): über seinem Schwellenwert (1,0) und über seinem ansteigenden gleitenden Durchschnitt (= dunkelgrüne Phase). Die Schwungkraft an den Börsen nimmt also weiter zu und das Modell zeigt die Märkte im Hausse-Stadium. Allerdings muss ich schon zugestehen, dass nach einem so fulminanten Anstieg wie in den letzten Wochen eine Pause in der Trendentwicklung durchaus normal wäre. Wohlgemerkt: eine Pause, nicht eine Trendumkehr!

Im DAX zeigt sich die technische Situation auf aktueller Basis immer noch ungetrübt. (Abbildung 2).
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Abb. 2 DAX mit technischen Indikatoren
Bei der letzten Analyse am 15. Oktober war der Ausbruch über die Widerstandszone bei 6.350 Indexpunkten gerade mal zwei Tage alt (Punkt A). Schon da zeigten sich die hier verwendeten Indikatoren in einem guten Zustand. Daran hat sich nichts geändert.
Die Blaufärbung der Kursbalken signalisiert nach wie vor eine aufwärts gerichtete Bewegung. Die Histogramme tendieren bis auf den kurzfristigen Bereich über ihren oberen Stärke-Bändern, was ebenfalls positiv zu interpretieren ist.

Das Direktionale System im vorletzten Fenster kann mit seiner +DI-Linie (blau) das letzte Kurshoch im DAX nicht mehr bestätigen. Das deutet auf eine Pause in der Trendbewegung hin. Der Trend-Indikator im unteren Fenster, der die Trendstärke der aktuellen Bewegung farblich darstellt, hat von Rot (starker Trend) auf Blau (mittlerer Trend) gewechselt. Das ist immer noch zufriedenstellend.
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Abb. 3 DAX mit Goerkes Global Market-Indikator
Auch bei den internationalen Aktien steht das Börsenampel-System des „Global-Market-Indikators“ wieder auf Grün (Abbildung 3). Der Indikator, der die technische Verfassung einer großen Anzahl von Aktien bewertet und in einem Gesamtindikator widerspiegelt, konnte seit der letzten Besprechung 0,2 Punkte hinzugewinnen und liegt jetzt wieder in der bestmöglichen Zone (s. Pfeil).

Er ist der einzige Indikator weltweit, der seine jeweils aktuelle Lage auch noch mit einer Empfehlung zur Investitionsquote verknüpft. Seine Stärken liegen in ausgeprägten Trendphasen. In längeren Seitwärtsphasen wie denen der vergangenen Monate, wird die Signalgenerierung durch das ständige „Hin und Her“ sehr unruhig.

Fazit
Die Aktien- und Rohstoff-Märkte zeigen sich unverändert in guter technischer Verfassung. Ihnen als regelmäßige Leser dieser Kolumne sollte durch die klaren Empfehlungen der letzten beiden Monate der rechtzeitige Einstieg in die Märkte gelungen sein. Zum jetzigen Zeitpunkt kann mit einer Fortsetzung der allgemein guten Tendenz an den Börsen gerechnet werden, so dass eine Jahresendrally durchaus im Bereich des Möglichen liegt und damit ein weiteres Halten der eingegangenen Positionen zu empfehlen ist.
"Märkte im Hausse-Stadium" vom Freitag, den 15. Oktober 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Kaufsignal im September!“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor genau einem Monat. Damals war das Fazit, dass sich die internationalen Aktienmärkte unabhängig von saisonalen Einflüssen dieses Jahr in einer sehr robusten Verfassung zeigen. Statt eines schwachen Börsenmonats „September“ dominieren vielmehr an den Börsen die Zeichen der Stärke. Den Lesern dieser Kolumne wurde deshalb an dieser Stelle geraten, in trendstarke Märkte oder Einzelwerte zu investieren. Dabei wurden unter den Emerging Markets Indien oder in Deutschland Automobil-Titel hervorgehoben. Im Rohstoff-Sektor wurden Agrarrohstoffe sowie Gold und vor allen Dingen auch Silber wegen ihres hohen Momentums zum Kauf empfohlen (s. Kolumne vom 17.09.).

In den letzten vier Wochen kam es an den Börsen weltweit zu einer breit angelegten Aufwärtsbewegung. Im Durchschnitt stiegen die 50 wichtigsten Indizes rund um den Globus um 4,7%. Wie bullish die zurück liegende Phase seit der letzten Analyse insgesamt war, lässt sich daran erkennen, dass nur vier der beobachteten Indizes mit einem Minus abschlossen (u. a. Tokio und Dublin)!

Die drei besten Indizes (alle aus dem Bereich der Schwellenländer) konnten sogar prozentual zweistellig zulegen: Polish Traded Index (PTX) +16,5%, Shanghai Composite (+10,8%), Czech Traded Index (CTX) +10,4%. Der BSE Sensex (Indien) gewann 4,6%.
Auch die deutschen Teilindizes profitierten von diesem allgemein günstigen Umfeld: SDAX (+7,6%), MDAX (+5,0%), TecDAX (+4,4%) und der DAX (+4,0%).
Bei den Rohstoffen war ebenfalls Bewegung drin. So stieg beispielsweise ein Silber-Zertifikat in den letzten vier Wochen um 19,9% und ein Gold-Zertifikat immerhin noch um 8,4%.

Die allgemein freundliche Tendenz ließ den hier regelmäßig veröffentlichten Aktienklima-Indikator in Abbildung 1 weiter ansteigen.
Bild1AllgemeinerAktienklima-Indikator14102010
Abb. 1 Allgemeiner Aktienklima-Indikator
Er befindet sich nach wie vor in seinem bestmöglichen Zustand (s. Pfeil): über seinem Schwellenwert (1,0) und über seinem ansteigenden gleitenden Durchschnitt (= dunkelgrüne Phase). Die Schwungkraft an den Börsen nimmt also weiter zu und das Modell zeigt die Märkte im Hausse-Stadium. Dabei deutet der aktuelle Stand des Indikators keineswegs auf eine Übertreibung hin. Während des letzten großen Anstiegs in der ersten Jahreshälfte 2009 kam es zu Indikatorwerten von 1,2. Davon sind wir momentan noch weit entfernt.

Die brisante technische Situation im DAX durch den charttechnischen Ausbruch am letzten Mittwoch soll an dieser Stelle einmal eine gesonderte Analyse wert sein (Abbildung 2).
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Abb. 2 DAX mit technischen Indikatoren
Ein halbes Jahr brauchte der DAX, um sich aus der Seitwärtsbewegung zu lösen. Mit dem Bruch des Widerstandes bei ca. 6.350 Indexpunkten nach oben scheint dies gelungen zu sein (oberes Fenster). Dabei tritt die Blaufärbung der Kursbalken häufig nur in Aufwärtsbewegungen auf. Außerdem liegt das Kursniveau über den steigenden gleitenden Durchschnitten. All dies vermittelt einen guten Eindruck und deshalb gibt’s dafür auch einen „Daumen nach oben“!
Auch die drei darunter abgebildeten Histogramme liegen mit ihren jeweils letzten Werten – unabhängig vom Betrachtungszeitraum – über ihren oberen (schwarzen) „Stärke-Bändern“. Ist dies der Fall, signalisiert das eine kraftvolle Bewegung des zugrunde liegenden Basiswertes.
Das Direktionale System im vorletzten Fenster hat einen vielversprechenden Ansatz, in dem hier die (blaue) +DI-Linie zuletzt wieder deutlich angestiegen ist.
Abschließend hat der Trendintensitäts-Indikator im unteren Chartfenster zuletzt wieder die rote Farbe angenommen (= hohe bzw. starke Trendintensität).
Der DAX zeigt sich also alles in allem in guter Verfassung.
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Abb. 3 DAX mit Goerkes Global Market-Indikator
Dass sich die technische Situation auch in den meisten internationalen Aktien wieder deutlich verbessert hat, erkennen Sie im nächsten Chartbild (Abbildung 3). Der von mir entwickelte „Global Market-Indikator“ misst und bewertet eine sehr große Anzahl deutscher und internationaler Aktien. Diese Bewertung findet ihren Niederschlag in einer Skalierung, die zur besseren Orientierung noch mit einem System von Farbabstufungen, ähnlich denen einer Ampel, versehen ist.
Er ist der einzige Indikator weltweit, der seine jeweils aktuelle Lage auch noch mit einer Empfehlung zur Investitionsquote verknüpft. Seine Stärken liegen in ausgeprägten Trendphasen. In längeren Seitwärtsphasen wie denen der vergangenen Monate, wird die Signalgenerierung durch das ständige „Hin und Her“ sehr unruhig. Zuletzt erreichte er ihm Zuge der allgemeinen Verbesserungen wieder einen mehrmonatigen Höchststand (schwarzer Pfeil).

Fazit
Die Aktien- und Rohstoff-Märkte zeigen sich überwiegend in guter technischer Verfassung. Dabei fangen einige Indizes wie der DAX gerade erst an, sich aus einer langatmigen, trendlosen Seitwärtsbewegung zu lösen, um eine trendgerichtete Bewegung einzuschlagen. Zusammen mit dem vor uns liegenden statistisch guten Börsenhalbjahr (November bis April) bieten sich gute Aussichten für eine Fortsetzung des allgemein freundlichen Börsenklimas. In der Hausse bleiben Sie also investiert und lassen Sie Ihre Gewinne laufen!
"Kaufsignal im September!" vom Freitag, den 17. September 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Im Niemandsland“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor fünf Wochen. Damals war das Fazit, dass die Märkte nicht die Kraft haben, wichtige charttechnische Marken nach oben zu durchbrechen. Auf der anderen Seite fehlten aber auch klare Verkaufssignale, so dass sich für den Anleger eine Patt-Situation ergab. Erst wenn klare Signale der Kraft oder der Schwäche vorlägen, würde sich Handlungsbedarf in die jeweilige Trendrichtung ergeben, lautete die Empfehlung. Solange sollte ein Anleger besser abwarten. (s. Kolumne vom 13.08.).

Seither ist es an den Börsen weltweit tendenziell nach oben gegangen. Im Durchschnitt legten die 50 wichtigsten Börsenindizes dabei um 4,2% zu. Profitieren konnten insbesondere die Indizes aus dem Bereich der Emerging Markets. So legten Börsenindizes aus Ostasien wie die der Philippinen (+15%) und Indonesien (+10,3%) sogar zweistellig zu.
Die deutschen Indizes konnten ebenfalls gewinnen: DAX +1,9%, SDAX +2,9%, TecDAX +3,4% und der MDAX sogar um +5,5%!
Das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererindizes betrug 47:3 und zeigt, wie bullish die letzten Wochen an den Börsen insgesamt doch waren.

Die freundliche Tendenz ließ den hier regelmäßig veröffentlichten Aktienklima-Indikator in Abbildung 1 über den wichtigen Schwellenwert (1,0) steigen. Aber auch der gleitende Durchschnitt, der die mittelfristige Tendenz dieses Indikators anzeigt, schaffte Anfang des Monats den Durchbruch durch diese wichtige Schwelle (s. Pfeil „Hausse“).
Bild1AllgemeinerAktienklima-Indikator16092010
Abb. 1 Aktienklima-Indikator im Hausse-Stadium
Damit ist die bestmögliche Situation eingetreten, die dieses Modell liefern kann: Der Indikator tendiert über seinem steigenden gleitenden Durchschnitt und beide haben einen Wert größer 1,0 (= dunkelgrüne Hausse-Phase). Das Momentum (also die Schwungkraft) der Börsen ist international in einer guten Verfassung! Ausgerechnet zu Beginn des statistisch schwächsten Börsenmonats (September) erhalten wir also von den Aktienmärkten ein Signal der Stärke – ja sogar ein Kaufsignal! Die Voraussetzungen für einen freundlichen Ausgang des „Krisenmonats September“ sind zurzeit auf jeden Fall gegeben. Bisher konnten die hier regelmäßig beobachteten weltweiten Indizes in der ersten Monatshälfte nämlich im Durchschnitt bereits 4,9% zulegen. Und dabei fallen bis jetzt nur drei von fünfzig Indizes aus der Rolle und weisen Verluste aus: Bogotá, Athen und Shanghai.
Bild2AllgemeinerAktienklima-Indikator10092010Wochenbasis
Abb. 2 Aktienklima-Indikator auf Wochenbasis
Auch auf der nächsthöheren Zeitebene (Wochenbasis) sieht es in dem Indikatoren-Modell, wie Sie in Abbildung 2 erkennen können, gut aus. Der trendfolgende MACD im unteren Chartfenster zeigt schon seit Wochen eine aufwärts gerichtete Bewegung, wobei die (rote) MACD-Linie über ihrer (schwarzen) Triggerlinie liegt (gelber Kreis). Ein Bruch des Schwellenwertes (Null-Linie) in den kommenden Wochen wäre bei diesem Indikator ein zusätzliches Signal der Stärke.
Bild3DAX_mit_Global_Market_Indikator10092010
Abb. 3 DAX mit Goerkes Global Market-Indikator
Der Global Market-Indikator, der die technische Verfassung einer sehr großen Anzahl internationaler Aktien bewertet und sichtbar macht, konnte zuletzt wieder in den hellgrünen Bereich vordringen (s. schwarzen Pfeil in Abbildung 3). Die starken Schwankungen, die es in den vergangenen Monaten hinsichtlich der Bewertung internationaler Aktien gab, führten bei diesem Indikator zu einem verwirrenden Hin und Her in der Signalgenerierung. Mit dem Rückenwind des Aktienklima-Indikators sollten jetzt jedoch gute Chancen bestehen, dass sich das Verwirrspiel auch im Global Market-Indikator nach oben auflöst.

Fazit
Das internationale Aktienklima zeigt sich durch die Bank in einer sehr robusten Verfassung. Unabhängig von saisonalen Einflüssen, die normalerweise zu dieser Jahreszeit eine Schwächetendenz erwarten lassen, sehen wir momentan Zeichen der Stärke. Von daher kann dem Anleger geraten werden, in trendstarke Märkte oder Einzelwerte mit derzeit gutem Chance/Risiko-Verhältnis zu investieren.
Dabei sind momentan Emerging Markets wie Indien oder auch Automobil-Titel in Deutschland hervorzuheben. Auch Rohstoffe aus dem Agrar-Sektor haben ein hohes Momentum, genau wie die Edelmetalle Gold und vor allen Dingen auch Silber, die ebenfalls zurzeit ein hohes Maß an Relativer Stärke zeigen: Kaufen!
"Im Niemandsland" vom Freitag, den 13. August 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Sommerdelle hält an“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor vier Wochen. Damals lautete das Fazit, dass sich die Krise an den Aktienmärkten zwar „nur“ als eine übliche Sommerdelle entpuppen könnte. Aber die Gefahr, dass es auch mehr werden könnte, war aufgrund der indikatorentechnischen Konstellation nicht von der Hand zu weisen. Deshalb schien ein weiteres Abwarten der Situation ratsam (s. Kolumne vom 16.07.).

Seither haben die fünfzig weltweit wichtigsten Indizes im Durchschnitt 1,7% zugelegt. Dabei profitierten insbesondere Emerging Market-Börsen wie China (Shanghai Composite +6,2%), Polen (PTX +5,7%) und Brasilien (Bovespa +4,7%). Die deutschen Indizes liegen mit ihren Zuwächsen im Mittelfeld: SDAX +3,8%, DAX +1,6% und MDAX +1,3%. Der TecDAX war mit einem Minus von 3,6% sogar der mit Abstand schwächste Aktienindex weltweit!
Das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererindizes betrug 41:9. Alles in allem war die Mitte Juli abgegebene Einschätzung zur weiteren Entwicklung an den Börsen zu vorsichtig gewesen.

Die insgesamt freundliche Tendenz ließ den hier regelmäßig veröffentlichten Aktienklima-Indikator in Abbildung 1 wieder über seinen Schwellenwert (1,0) steigen (s. Pfeil „Erholung“). Vor einem Monat lag er noch im roten Bereich.
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Abb.1 Aktienklima-Indikator
Mit dem Bruch durch den Schwellenwert war das Modell per Ende letzter Woche damit wieder in den Bereich einer allgemeinen Erholung (hellgrün) gewechselt. Dies ist zwar eine Tendenz zum Besseren, ein nachhaltigeres Signal ergäbe sich aber erst dann, wenn auch der gleitende Durchschnitt (GD) den Durchbruch nach oben schaffen würde. Erst ein solches Signal hätte nämlich mittelfristigen Charakter, da der GD aufgrund seiner Trägheit diese Marke nicht so häufig schneidet wie der Indikator selbst.
Die aktuell insgesamt schwache Woche hat dazu geführt, dass der o. a. Indikator inzwischen wieder unter seinen Schwellenwert gefallen ist und der GD nach unten abdreht.
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Abb.2 DAX mit %MA-Indikator
Der von mir entwickelte %MA-Indikator (Abbildung 2), der nach einem ausgeklügelten System gleitender Durchschnitte die technische Verfassung der wichtigsten Indizes weltweit bewertet, zeigt Ihnen eindrucksvoll, wie gefährlich die Situation in den letzten Monaten schon gewesen ist (Punkte A und B in 2010). In gewisser Weise ergeben sich hier durchaus Parallelen zum Jahr 2007, in dem sich eine Verschlechterung des allgemeinen Aktienklimas durch ein ebenfalls zweimaliges Abtauchen des Indikators unter die Null-Linie andeutete (Punkte A und B in 2007). Damals hatte der DAX bei einem Kursniveau von 8.000 Punkten einen charttechnischen Widerstand, dieses Jahr kommt er nicht nachhaltig über 6.350 Punkte hinaus – zumindest bisher nicht.

Fazit
Zurzeit befinden wir uns im charttechnischen Niemandsland. Die Märkte haben nicht die Kraft, wichtige technische Widerstände nach oben zu durchbrechen. Auf der anderen Seite fehlen bisher aber auch klare eindeutige Verkaufssignale. Solange diese unbefriedigende Situation anhält, heißt es für Sie weiter: Abwarten. Erst wenn wir klare Signale der Kraft (DAX > 6.380 Punkte auf Schlusskursbasis) oder aber auch der Schwäche (DAX < 5.900 Punkte auf Schlusskursbasis) von den Märkten erhalten, ergibt sich wieder Handlungsbedarf in Trendrichtung für Sie.
"Sommerdelle hält an" vom Freitag, den 16. Juli 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Märkte in der Krise“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor fünf Wochen. Damals lautete das Fazit, dass das Chance/Risiko-Verhältnis an den Aktienmärkten nicht mehr stimmt und dass Anleger deshalb zurzeit nicht investiert sein sollten (s. Kolumne vom 11.06.).

Seither haben die fünfzig weltweit wichtigsten Indizes im Durchschnitt 2,6% zugelegt. Dabei profitierten insbesondere die osteuropäischen Börsen wie der Czech Traded Index CTX (+8,7%), der Budapester BUX (+7,7%) und der Polish Traded Index PTX (+6,7%), die die Tabelle der Kursgewinner anführen. Die deutschen Indizes liegen mit ihren Zuwächsen im Mittelfeld: TecDAX (+3,8%), SDAX (+2,9%), DAX (+2,7%) und MDAX (+1,7%). Das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererindizes betrug 40:10. Summa summarum muss festgehalten werden, dass die Mitte Juni abgegebene Einschätzung zur weiteren Entwicklung an den Börsen zu vorsichtig gewesen ist.

Allerdings reichten die erzielten Kursaufschläge in den Indizes nicht aus, um das indikatorentechnische Gesamtbild wesentlich zu ändern.
Bild1Aktienklima-Indikator14072010
Abb. 1 Aktienklima-Indikator
Genau wie vor einem Monat liegen der Aktienklima-Indikator und sein gleitender Durchschnitt (Abbildung 1) unter ihrem Schwellenwert (1,0). Das ist die schlechtest mögliche Konstellation, die dieses Modell zulässt (rote Phase). Damit ist das durchschnittliche Momentum, also die Schwungkraft der internationalen Indizes, immer noch auf einem Niveau, das wir vergleichbar Anfang Januar 2008 hatten (s. Baisse-Pfeile). Natürlich muss das nicht bedeuten, dass sich die Entwicklung so wie im Jahr 2008 wiederholt. Vielleicht erweist sich ja auch alles im Nachhinein nur als eine für die Jahreszeit typische Sommerdelle. Unabhängig davon zeigt dieser Indikatorenstand Ihnen als Anleger auf jeden Fall, wie gefährdet das allgemeine Aktienklima immer noch ist.
Die für Aktien kritische Situation wird durch den Global Market Indikator (Abbildung 2) bestätigt.
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Abb. 2 Global Market-Indikator
Dieser Indikator bewertet einmal wöchentlich die technische Verfassung einer großen Anzahl von deutschen und internationalen Aktien. Er ist der einzige Indikator, der dieses Ergebnis dann mit einer empfohlenen Investitionsquote verknüpft. Dadurch kann der Anleger in allgemein guten Zeiten (grüne Phasen) Aktien kaufen und halten, während er in roten Phasen draußen bleibt (oder auf fallende Kurse setzt).
Vor zwei Wochen war der Indikator schon in die vorletzte Zone gerutscht, konnte sich aber zuletzt minimal erholen. Alles in allem zeigt auch dieser Indikator eine derzeit heikle Situation (hellrote Zone).
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Die Abbildung 3 zeigt Ihnen im unteren Fenster den X-Ray Indikator, der die wichtigsten Indizes weltweit nach Kaufsignalen untersucht. Dies geschieht auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis, so dass die Struktur der Märkte durchdrungen wird, wie von Röntgenstrahlen. Auch dieser Indikator macht derzeit keinen Mut, liegt aber nur noch leicht unter seinem Schwellenwert (50%-Grenze).
Das obere Chartfenster macht ein Dilemma deutlich, das derzeit in den Charts etlicher Indizes evident wird: den Kampf um die 200-Tage-Linie (rot). Dieser gleitende Durchschnitt zeigt die langfristige Trendrichtung einer Aktie oder eines Marktes. Solange sie steigt und der Kurs darüber liegt, ist alles in Ordnung. Fällt sie jedoch, gerät der Trend ins wackeln.
In der zweiten Mai-Hälfte durchbrach der Dow Jones-Index erstmals nachhaltig diesen langfristigen gleitenden Durchschnitt (GD) nach unten. Damals stieg der GD noch. Inzwischen tendiert er nur noch seitwärts und das aktuelle Kursniveau liegt darunter (Pfeil). Dies gilt auch für den (breiter gefassten) S&P 500. Der Motor der „Schrittmacher-Börsen“ gerät ins Stottern.


Fazit
Trotz der noch insgesamt akzeptablen Performance seit der letzten Analyse geben die hier verwendeten Indikatoren noch keine Entwarnung. Zwar ist eine bloße Sommerdelle an den Aktienmärkten nicht auszuschließen, aber die Gefahr, dass es mehr werden könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Dies sollte Sie weiter abwarten lassen.
"Neuer X-Ray-Indikator verheißt nichts Gutes" vom Donnerstag, den 01. Juli 2010 (Update)
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Dass die Börsenwelt nicht nur aus DAX und Dow besteht, ist hinlänglich bekannt. Was liegt also näher als auch einmal über den Tellerrand der üblichen DAX-Chartanalysen hinauszuschauen?
Denn die reine Chartanalyse gibt nicht viel her. Es hat sich ein Doppel-Top ausgebildet (H1/H2). Beide Hochs liegen etwa zwei Monate auseinander und zeigen nur eine Differenz von 10 Punkten (6.330/6.340). Dieses Niveau zeigt sich als massiver Widerstand, den es zu überwinden gilt, bevor wir über neue Jahreshochs im DAX sprechen können. Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dafür?
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Abb. 1 DAX mit X-Ray Indikator
Dazu ist es hilfreich, wenn wir einmal die Ebene der Chartanalyse verlassen und die Indikatoren-Analyse anwenden. Dies sehen Sie in der nebenstehenden Abbildung im unteren Chartfenster. Der von mir entwickelte X-Ray Indikator untersucht 50 internationale Indizes, ob ein Kauf- oder Verkaufssignal vorliegt. Je mehr Kaufsignale vorhanden sind, desto größer ist der Wert des Indikators (grüner Bereich).
Das Besondere ist dabei noch, dass nicht nur die Signale der Indizes auf Tages-, sondern auch auf Wochen- und sogar auf Monatsbasis mit berücksichtigt werden! Dies alles findet in einem einzigen Indikator seinen Niederschlag! Somit durchdringt dieser Indikator die Struktur der Märkte wie die Röntgenstrahlen die Materie. Deshalb auch die Bezeichnung für diesen völlig neuartigen Indikator. Eine bessere Orientierung für Anleger, Einblick in die Struktur der Aktienmärkte weltweit zu bekommen, gibt es nicht.

Als der DAX Ende April sein erstes Jahreshoch (H1) ausbildete, hatte der X-Ray noch einen klar positiven Wert (H3), wenngleich der Indikator dieses DAX-Hoch schon nicht mehr bestätigte und bereits abwärts gerichtet war. Kurze Zeit später – am 07. Mai – fiel der Indikator unter seinen Schwellenwert (s. schwarzer Pfeil). Dies bedeutet, dass die Anzahl der Kaufsignale in den internationalen Indizes auf den drei Zeitebenen auf weniger als die Hälfte zurückfiel.
Der enorme Rückgang an Kaufsignalen zeigt Ihnen als Anleger also, dass der Trend an den internationalen Märkten nicht mehr stimmt. Zwar konnte der DAX in einem zweiten Anlauf noch einmal das DAX-Hoch vom April erreichen (H2), die Anzahl der Kaufsignale international und damit das Niveau des Indikators sind jedoch deutlich niedriger als beim ersten Hoch (H4). Als Fazit zeigt sich eine massiv negative Divergenz, die nichts Gutes verheißt. Oder anders ausgedrückt: Die noch positive Grundtendenz im DAX (Relative Stärke) wird vom internationalen Umfeld nicht mitgetragen. Von alleine hat der Index nicht die Kraft, seinen Widerstand zu überwinden und knickt in der Folge ebenfalls ein.
Fazit
Die Wahrscheinlichkeit, dass wir im DAX neue Hochs erwarten können, ist in diesem Umfeld denkbar gering. Wie schon in der letzten Analyse vor drei Wochen (s. „Märkte in der Krise“) wiederhole ich hier meine Empfehlung zu allergrößter Vorsicht. Solange sich das technische Bild derart schlecht präsentiert, bleibt ihr Depot weiterhin leer und Sie setzen allenfalls auf fallende Kurse – mehr nicht.
"Märkte in der Krise" vom Freitag, den 11. Juni 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Heftiges Hin und Her“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima Mitte Mai. Dies bezog sich auf die deutlich gestiegene Volatilität durch die zum Teil erratischen Kursbewegungen in den Märkten. Damals lautete das Fazit, dass „die Aktienmärkte weltweit in der Phase einer internationalen Korrektur stecken. Der weitere Ausblick musste demnach mit großer Vorsicht betrachtet werden und Anleger sollten sich mit Engagements erst einmal weitestgehend zurückhalten, bis sich die technische Situation wieder verbessert hat“ (s. Kolumne vom 14.05.).

Die fünfzig weltweit wichtigsten Indizes haben seitdem im Durchschnitt 2,9% verloren. Und nur sieben aller beobachteten Indizes (davon alleine drei aus Südamerika) konnten in den letzten vier Wochen noch ein kleines Plus erzielen. Die deutschen Teilindizes DAX (+/-0%), MDAX (-1,0%), TecDAX (-2,4%) und SDAX (+/-0%) überzeugten seither auch nicht.

Die technische Situation hat sich durch diese allgemeinen Kursrückgänge auf breiter Front also nicht verbessert. Im Gegenteil, sie hat sich sogar noch weiter verschlechtert.
Bild1Aktienklima-Indikator10062010
Abb. 1 Aktienklima-Indikator Tagesbasis
Der Vorteil des Aktienklima-Indikators in Abbildung 1 ist, dass er die technische Verfassung einer großen Anzahl von Aktienindizes im Zeitablauf miteinander vergleichbar macht. So ist dieser Indikator, der das durchschnittliche Momentum (Schwungkraft) fünfzig internationaler Indizes darstellt, derzeit auf demselben Stand wie Anfang 2008! Ich habe diese beiden Zeitpunkte durch die langen grauen Pfeile kenntlich gemacht.
Seit Montag liegt nämlich auch der gleitende Durchschnitt des Indikators unter dem Schwellenwert (1,0). Nach der Interpretation dieses Modells hat damit sogar an den Märkten eine neue Baisse-Phase(!) begonnen (rote Phase). Aber wer redet derzeit schon von Baisse? Wer redete schon Anfang 2008 von Baisse? Die Märkte brauchen aktuell ja nur um ein paar Prozentpunkte zu steigen und schon sind wieder viele aus dem Häuschen. Und 7.000 Punkte im DAX sind fast schon wieder eine ausgemachte Sache.
Wer jedoch über den Tellerrand hinausschaut und als Anlageuniversum nicht nur den DAX zur Kenntnis nimmt, der kommt zu dem Schluss, dass sich die Märkte weltweit in einer handfesten Krise befinden. Das Momentum, also die Schwungkraft, ist klar abwärts gerichtet!

Bild2Aktienklima-Indikator11062010Wochenbasis
Abb. 2 Aktienklima-Indikator Wochenbasis
Als zusätzlich belastender Faktor kommt hinzu, dass auch auf den nächst höheren Zeitebenen (Wochen- und Monatsbasis) die Trendrichtung der Indikatoren nach unten zeigt. In der Abbildung 2, die einen Zeitraum von fünf Jahren umfasst und somit die Bewegung über einer längerfristigen Zeitraum wiedergibt, sehen Sie das beispielhaft für den Trend auf Wochenbasis (gelber Kreis). Schon in der letzten Analyse hatte der Indikator ein Verkauf-Signal geliefert. Das hat sich seither nicht geändert. Auch im Chart auf Monatsbasis (hier nicht abgebildet) kam es per Ende April zu einem Verkaufssignal, das immer noch Gültigkeit hat.
Damit läuft dieser Indikator insgesamt auf zwei von drei Zeitebenen in dieselbe Richtung, was mich ebenfalls weiter vorsichtig sein lässt.
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Abb. 3 Global Market Indikator
Der Global Market Indikator, der wöchentlich die technische Verfassung einer großen Anzahl deutscher und internationaler Aktien widerspiegelt, zeigt Ihnen in Abbildung 3 sehr schön, wie stark die Trendqualität der Aktien durch die laufende Korrektur gelitten hat. Da er der einzige Indikator weltweit ist, der neben dieser Einschätzung wie ein Marktbarometer auch noch eine Empfehlung hinsichtlich der Investitionsquote abgibt, sollten Sie demnach zurzeit nicht investiert sein.

Fazit
Ob uns eine ähnliche Entwicklung wie 2008 bevorsteht, kann natürlich nicht mit Sicherheit prognostiziert werden. Wenn ich aber als Anleger weiß, wo wir im Auf und Ab der Börsen aktuell stehen und ich feststelle, dass die derzeitige Verfassung der Märkte vergleichbar ist mit der von Anfang 2008, bin ich dann voll investiert? Meines Erachtens gehen wir am Abgrund entlang und mit jedem schwachen Tage sind wir einen Schritt weiter…
Ich hoffe, ich irre mich und das derzeitige Szenario erweist sich im Nachhinein nur als „kleine vorübergehende Delle“. Solange das jedoch nicht sicher ist, warne ich vor allzu schneller Euphorie. Da das Chance/Risiko-Verhältnis im Allgemeinen weiterhin nicht stimmt, sind Sie als Anleger zurzeit nicht mehr investiert. Wer will kann auf fallende Kurse setzen – mehr nicht.
"Heftiges Hin und Her" vom Freitag, den 14. Mai 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Märkte in Hausse-Stadium“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor genau vier Wochen. In dem damals positiven Umfeld konnten Depotbestände mit der Konzentration auf momentumstarke Werte gehalten werden, war das Fazit (s. Archiv).
Neben dem an dieser Stelle regelmäßig unternommenen Versuch einer möglichst exakten Standortbestimmung, wo wir uns im Auf und Ab der Börsenzyklen befinden, ist eine Aussage über die Dauer und Länge der gerade vorherrschenden Tendenz umso schwieriger. So wurde die vor einem Monat beschriebene Hausse-Tendenz schon 1½ Wochen später jäh beendet.

Bis dahin konnten jedoch alle vier deutschen Teilindizes weiter zulegen: DAX (+2,5%), MDAX (+3,0), SDAX (+2,4%) und der TecDAX (+0,9%). Und trotz der inzwischen aufgetretenen Turbulenzen konnten auch im Monatsvergleich per 13.05. DAX (+1,2%) und MDAX (+1,4%) positive Ergebnisse erzielen.
Bild1AllgemeinerAktienklima-Indikator14052010Tagesbasis
Abb.1 Aktienklima-Indikator
In der letzten April- und in der ersten Mai-Woche gerieten die Märkte jedoch weltweit in turbulentes Fahrwasser und mussten kräftige Einbußen hinnehmen.
Dies hat die Bewertung des internationalen Aktienklima-Indikators in Abbildung 1 wieder verschlechtert. Der Indikator fiel nämlich unter seinen gleitenden Durchschnitt, der sich nun wieder nach unten neigt (s. Pfeil A). Das Ganze spielt sich nur noch knapp oberhalb des wichtigen Schwellenwertes (1,0) ab, so dass weitere Kursrückgänge an den Aktienmärkten und damit einhergehend ein weiterer Verfall dieses Indikatoren-Modells schon sehr schnell zu einer wesentlich negativeren Einschätzung der Lage führen könnten. Aktuell befinden wir und jedenfalls im Stadium einer internationalen Korrektur (magentafarben).
Der im unteren Chartfenster abgebildete MACD (rote Linie) ist inzwischen schon unter seinen Schwellenwert (Null-Linie) gefallen und liegt aktuell auch unter seiner (schwarzen) Trigger-Linie (s. Pfeil B). Dies ist eine Indikation, die ebenfalls zur Vorsicht rät.
Bild2AllgemeinerAktienklima-Indikator14052010Wochenbasis
Abb. 2 Aktienklima-Indikator (Wochenbasis)
Derselbe Indikator wird in der Abbildung 2 auf der nächsthöheren Zeitebene (Wochenbasis) abgebildet. Dies hat den Vorteil, dass man sich einen Eindruck von der längerfristigen Bewegung machen kann. Dabei fällt auf, dass auf Wochenbasis die MACD-Linie schon seit Monaten unter ihrem Schwellenwert liegt und inzwischen ebenfalls wieder nach unten gedreht hat (gelber Kreis). Auch im Chart auf Monatsbasis (hier nicht abgebildet) kam es per Ende April zu einem Verkaufssignal. Damit läuft dieser Indikator insgesamt auf drei Zeitebenen in dieselbe Richtung. Dies ist ein seltener Zustand, der mich sehr nachdenklich stimmt und damit auch in meiner Einschätzung zur weiteren Tendenz sehr vorsichtig werden lässt.

Die kräftigen Einbrüche der vergangenen Wochen haben auch den „Global Market Indikator“ auf ein Niveau zurück fallen lassen, das er zuletzt Mitte April 2009 hatte (Abbildung 3)! Dieser Indikator wird einmal pro Woche auf Basis der Schlusskurse errechnet und misst die technische Verfassung einer großen Anzahl deutscher und internationaler Aktien. Als einziger Indikator gibt er dabei noch – je nach Güte des Aktienklimas – eine Empfehlung hinsichtlich der Investitionsquote ab.
Bild3GlobalMarketIndikator14052010
Abb. 3 Global Market-Indikator
Ist die Trendtendenz an den Märkten aufwärts gerichtet und der Indikator steigt in den grünen Bereich, kann der Anleger mehr oder weniger Gas geben. Die Chance liegt auf seiner Seite. Fällt er hingegen in die untere (rote) Zone, sollte er mit seinen Investments auf die Bremse treten. So vermeidet er eine komplette Schieflage durch ein falsches Anlageverhalten. Da der Indikator einmal pro Woche errechnet wird, werden Signale sehr zeitnah evident.
Normalerweise tendieren die Märkte längerfristig unter moderaten Kursschwankungen in eine Richtung. Dass ein Index wie der DAX in neun Börsentagen in der Spitze 10,8% verliert und in den darauffolgenden vier Tagen wieder um 11,0% steigt, kommt selten vor. Ein derart heftiges Hin und Her an den Börsen hat natürlich auch Auswirkungen auf die Bewegungen eines Indikators. Er fiel zunächst in die neutrale Zone, was die Auflösung bestehender Positionen bedeutete. Dies war auch gut so, da im Falle weiterer Kursrückgänge eine deutlichere Reduzierung der seit dem letzten Kaufsignal (17.04.2009) aufgelaufenen Gewinne eingetreten wäre.

Die jüngste Erholung ließ ihn nun wieder in die grüne Zone steigen, so dass wir auch hier ein sehr kurzfristiges „Hin und Her“ wie zuletzt Mitte Oktober 2007 vorfinden. Aufgrund der Divergenz zu den Signalen des Aktienklima-Indikators (tendenziell eher negativ) und der Tatsache, dass die Abbildung noch nicht auf Basis der Schlusskurse dieser Woche berechnet worden ist, messe ich diesem Signal jedoch nicht allzu viel Bedeutung zu.
Fazit
Trotz der Rally der letzten Tage befinden sich die Aktienmärkte weltweit immer noch im Stadium einer internationalen Korrektur. Der weitere Ausblick muss aufgrund der aktuell einheitlichen Trendrichtung in allen drei Zeitebenen (Tag, Woche, Monat) mit großer Vorsicht betrachtet werden. Anleger sollten sich deshalb mit Engagements erst einmal weitestgehend zurückhalten und ihre Investitionsquote entsprechend anpassen. Dies gilt solange, bis sich die technische Situation wieder verbessert hat.
"Märkte im Hausse-Stadium" vom Freitag, den 16. April 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Hohe Widerstandskraft“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor fünf Wochen. Damals wurde den Märkten nach der Interpretation der hier verwendeten Indikatoren-Modelle eine durchaus „ansprechende technische Verfassung“ mit einer ziemlichen „Widerstandsfähigkeit im Hinblick auf weiter fallende Kurse“ zugebilligt.

Seither haben die fünfzig wichtigsten internationalen Indizes durchschnittlich 5,0% zugelegt. Die Stärke des allgemeinen Anstiegs wird auch dadurch deutlich, dass von den hier regelmäßig beobachteten Indizes nur einer seit der letzten Analyse im Minus steht: der Athen General-Index (-6,1%). Der Index der Börse aus dem Nachbarland Türkei gehörte hingegen zu den Hauptgewinnern der letzten Wochen. Sein Plus beträgt 13,6%.
AllgemeinerAktienklimaIndikatorApril2010
Abb. 1: Internationaler Aktienklima-Indikator
Der Aktienklima-Indikator in Abbildung 1 hat nach mehreren Monaten Konsolidierung (magentafarbene Phase) wieder den Dreh nach oben geschafft (s. Pfeil A). Dies gilt auch für den gleitenden Durchschnitt, der ebenfalls mehrere Monate gefallen war und zuletzt knapp über dem Schwellenwert nach oben gedreht hat.
Ein Indikator über seinem steigenden gleitenden Durchschnitt und beide über 1,0 – das ist die beste Indikatoren-Konstellation, die das Modell zulässt. Damit befinden wir uns seit kurzem wieder im (dunkelgrünen) Hausse-Stadium.

Der im März an dieser Stelle erstmals vorgestellte „Global Market Indikator“ bestätigt dieses Bild voll und ganz (Abbildung 2).
Global-Market-Indikator-April-2010
Abb.2: Global Market-Indikator
Dieser Indikator bewertet eine sehr große Anzahl von deutschen und internationalen Aktien nach bestimmten technischen Auswertungsverfahren. Dadurch wird es dem Anleger ermöglicht, sich ein eigenes Bild von der Verfassung und Güte des allgemeinen Aktienklimas zu machen. Außerdem ist dieser Indikator in verschiedene farbliche Zonen unterteilt, die dem Anleger je nach Stand des Indikators eine Investitionsquote (sowohl auf der Long-, als auch auf der Shortseite) empfehlen. Das hat den Vorteil, dass bei einem allgemein schwächer werdenden Aktienklima eine Reduzierung der Investitionsquote durch den Verfall des Indikators in eine niedrigere Zone angezeigt wird (bis hin zur Spekulation à la baisse im roten Bereich). Dies schützt den Anleger davor, zu große Bestände auf der Long-Seite zu führen, wenn es die technische Verfassung der Börsen schon längst nicht mehr zulässt (Kapitalschutz). Wer nach einem solchen Modell vorgeht, kann also hinterher nicht mehr jammern, dass er es ja schließlich nicht besser gewusst hätte!
BoersenphasenBarometer
Abb. 3: Börsenphasen-Barometer
Die Grafik (Abbildung 3) soll Ihnen verdeutlichen, in welcher Börsenphase wir uns weltweit seit dem 17. März nach der Interpretation des Aktienklima-Indikators befinden. Mit diesem Informationsgehalt bestehend aus einer eindeutigen Kennung des internationalen Aktienklimas in Kombination mit einer empfohlenen Investitionsquote stellt der von mir entwickelte „Global Market Indikator“ ein Novum unter den technischen Indikatoren dar. Er wird einmal pro Woche errechnet und kann sich dementsprechend auch im Wochenrhythmus verändern.
Zum Zeitpunkt der letzten Analyse war er gerade wieder in den oberen dunkelgrünen Bereich vorgedrungen. Dort ist er bis heute auch geblieben.

Fazit
Die Märkte sind weltweit im Hausse-Stadium. Das zeigen die hier verwendeten Indikatoren eindeutig. Wie lange dieser bullishe Zustand noch andauern wird, darüber kann allerdings keine Aussage getroffen werden. Depotbestände mit der Konzentration auf momentumstarke Werte können in diesem sehr positiven Umfeld natürlich weiter gehalten werden. Stoppkurse sollten von Zeit zu Zeit aus Gründen des Kapitalschutzes angepasst werden.
"Hohe Widerstandskraft" vom Freitag, den 12. März 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Fehlstart“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor genau einem Monat (s. Archiv). Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Börsen weltweit noch auf Talfahrt. Die fünfzig wichtigsten Aktienindizes hatten in den ersten sechs Wochen seit Jahresbeginn im Durchschnitt etwa 4% verloren.
Grund für diesen allgemeinen Rückgang war die Unsicherheit, die mit der Schuldenkrise südeuropäischer Länder – allen voran Griechenland – verbunden ist.
Dass vor diesem Hintergrund eine vorsichtigere „Gangart“ an der Börse angeraten schien, war nur allzu verständlich. So lautete denn auch die abschließende Empfehlung der letzten Kolumne, sich mit Neuengagements vorerst zurück zu halten.
Auch wenn jetzt, einen Monat später, die Unsicherheit über den Ausgang dieser Krise des europäischen Finanzsystems keineswegs gewichen ist, so muss man den Märkten doch eine ziemliche Widerstandsfähigkeit im Hinblick auf weiter fallende Kurse zugestehen.
Denn seither haben die internationalen Börsen im Durchschnitt 6,1% hinzu gewonnen! Und nur ein einziger der hier regelmäßig beobachteten Indizes liegt gegenüber Mitte Februar im Minus: Ägypten (-2,4%).
Bild1AllgemeinerAktienklima-Indikator12032010
Abb.1: Internationaler Aktienklima-Indikator
Der Aktienklima-Indikator in Abbildung 1 hat es nach mehreren Wochen erstmals wieder geschafft, seinen gleitenden Durchschnitt nach oben zu durchbrechen (s. Pfeil im oberen Chartfenster). Dies ist allerdings bis jetzt nur ein Durchbruch um „Haaresbreite“ – mehr nicht. Zwischen dem Aktienklima-Indikator und dem MACD im unteren Chartfenster ist es zu einer mehrmonatigen (positiven) Divergenz gekommen.
Diese Divergenz wird im Chart visuell durch die beiden schwarzen Balken hervorgehoben. Beim Indikator im oberen Fenster ist der Punkt A deutlich niedrigerer, während der Punkt B im MACD etwas höher liegt.
Bild2DAXmitGlobalMarketIndikator12032010
Abb.2: Goerkes Global Market-Indikator
Eine andere Möglichkeit, dem Anleger einen Eindruck von der Verfassung der internationalen Aktienmärkte zu geben, zeigt das folgende Chartbild der Abbildung 2, in der ich meinen „Global Market Indikator“ erstmals der Öffentlichkeit vorstelle. Dieser Indikator untersucht die technische Verfassung einen großen Anzahl von deutschen und internationalen Aktien.
Eine solche Darstellung hat den Vorteil, dass nicht nur ein Objekt unter die Lupe genommen wird (wie in der Technischen Analyse in den allermeisten Fällen leider gang und gäbe), sondern über die Einbeziehung einer Vielzahl von Werten (Multi-Index-Konzept) auch ein viel besserer Eindruck des gesamten Geschehens vermittelt wird.


Ein weiterer Vorteil ist die für einen mittel- bis langfristig orientierten Anleger geringe Anzahl von Signalen. Schließlich soll über ein solches Modell ja auch nur die generelle Trendrichtung des internationalen Aktienklimas verdeutlicht werden. Vergleicht man diese Signale, die immer beim Durchbruch des Indikators durch seinen Mittelwert (1,5) entstehen, mit dem DAX, so lässt sich für den Zeitraum der letzten drei Jahre ein durchaus zufrieden stellendes Ergebnis erzielen. Nur im Oktober 2007 kam es einmal zu einem kurzfristigen Fehlsignal.

Deutlich wird auch, dass dieser Indikator bereits Monate vor den großen Einbrüchen des Jahres 2008 ein schwieriges Umfeld anzeigte, da er bereits frühzeitig in das negative Terrain (rot) abgedriftet war (Vorlauffunktion). Über die Zuweisung farblicher Komponenten – je nach Stand des Indikators – lassen sich außerdem Investitionsgrade bestimmen. So lässt sich dieser Indikator wie eine Verkehrsampel nutzen und man weiß, wann man Gas geben kann und wann man auf die Bremse treten sollte.

Demnach haben wir zurzeit eine durchaus ansprechende technische Verfassung und solange der Indikator im oberen Terrain bleibt, scheint keine Gefahr im Verzug. Was wir also in den vergangenen Wochen gesehen haben war und ist nach der Interpretation der hier dargestellten Indikatorenmodelle eine normale Konsolidierung im Rahmen eines immer noch intakten Aufwärtstrends.
Fazit
Die Märkte zeigen trotz der Nachrichtenlage eine hohe Widerstandskraft nach unten. Das internationale Aktienklima hat sich in den letzten vier Wochen wieder erholt. Die alles entscheidende Frage ist, ob wir in den nächsten Wochen mit neuerlichen Kursstörungen rechnen müssen, wenn das Thema „Griechenland“ nicht zur Ruhe kommen sollte oder vielleicht sogar noch andere Länder (Spanien/Portugal?) in den Focus der Schulden-Diskussion rücken sollten. Eine derartige Zuspitzung ist nicht auszuschließen. Wer also unbedingt investieren möchte, kann dies aufgrund der technischen Verfassung tun, sollte die Absicherung dieser Positionen keinesfalls aus dem Auge verlieren.
"Fehlstart" vom Freitag, den 12. Februar 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Rückenwind“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor genau einem Monat (s. Archiv). Zu diesem Zeitpunkt war die Börsenwelt noch in Ordnung. Die Börsen hatten den Schwung, der zum Jahresende 2009 eingesetzt hatte, mit ins neue Jahr genommen. Diese Entwicklung setzte sich auch noch bis Mitte Januar fort, so dass die damalige Einschätzung einer robusten Verfassung des allgemeinen Aktienklimas durchaus berechtigt war.

In der zweiten Januar-Hälfte geriet dann zunehmend eine Diskussion um die Verschuldung Griechenlands in den Fokus der Berichterstattung über die Finanzmärkte. Diese Diskussion hat sich inzwischen auch auf andere Länder wie Spanien und Portugal ausgeweitet. Die Sorge um die Zukunft des europäischen Finanzsystems und die damit verbundene Schwächung des Euro brachten die Börsen auf Talfahrt.

Seither haben die 50 wichtigsten Börsenindizes weltweit im Durchschnitt 6,2% verloren. Dabei können nur noch zwei(!) dieser Indizes seit Mitte Januar eine positive Performance vorweisen (Ägypten und Chile). Dies soll Ihnen einmal vor Augen führen, wie stark sich diese Krise auf das weltweite Kursniveau ausgewirkt hat. Dass dabei gerade die Indizes der angesprochenen Länder in diesem Jahr besonders unter die Räder kamen und schon prozentual zweistellige Verluste hinnehmen mussten, verwundert nicht.

War das Kursniveau der fünfzig wichtigsten Börsenindizes weltweit seit Jahresende bis Mitte Januar noch um durchschnittlich 2,9% gestiegen, so endete der Monat Januar insgesamt schließlich doch noch mit einem Minus von 2,4%. Damit legten die Börsen rund um den Globus einen klaren Fehlstart ins neue Jahr hin.
Bild1AllgemeinerAktienklima-Indikator12022010
Abb.1: Internationaler Aktienklima-Indikator
Die genannten Kursrückschläge ließen den Aktienklima-Indikator in der Abbildung 1 wieder unter seinen Schwellenwert bei 1,0 fallen (Pfeil A). Auch der MACD im unteren Fenster liegt weit unter seiner Null-Schwelle und bestätigt das schlechte Aktienklima (Pfeil B).
Im Nachhinein muss allerdings auch klipp und klar zugegeben werden, dass sich die hellgrüne Phase im Indikator und auch der Bruch des Null-Niveaus beim MACD zu Jahresbeginn als klare Fehlsignale herausgestellt haben, die zu einer falschen Einschätzung der Lage führten.

Sollte der gleitende Durchschnitt des Aktienklima-Indikators in dem Tempo wie zurzeit fallen, würde er in ca. einem Monat ebenfalls den Schwellenwert durchbrechen, was dann nach den Regeln des Modells die Phase einer weltweiten Baisse einläuten würde.
Bild2GoerkesBullBearIndikationfuerdieDax-Werte12022010
Abb.2: Goerkes DAX-Bull/Bär Indikation
Das Balkendiagramm in Abbildung 2 zeigt Ihnen das Kräfteverhältnis von Bullen und Bären für die 30 DAX-Werte auf den unterschiedlichen Zeitebenen.
Der Vorteil dieser Darstellungsweise liegt darin, dass sie sehr viele Informationen auf einmal enthält. Auf der einen Seite können Sie hier erkennen, wie stark sich die beiden Gruppen (Bullen und Bären) prozentual auf die 30 DAX-Aktien verteilen. Hierbei spiegeln die weißen Flächen die Kraft der Bullen und die schwarzen Flächen die Kraft der Bären wider. Zusätzlich wird dieses Kräfteverhältnis noch auf den drei Zeitebenen der täglichen, der wöchentlichen und der monatlichen Betrachtung dargestellt.
Die jüngste Erholungstendenz der aktuellen Woche hat das Verhältnis von Bullen und Bären kurzfristig zu Gunsten der Bullen ausfallen lassen (Tag). Diese Indikation ist allerdings aufgrund ihrer Fristigkeit sehr schwankungsanfällig und kann bei kleinen Kursrückgängen schnell wieder umschlagen.

Deutlicher ins Kontor schlägt da schon der mittelfristige Ausblick (Woche), der ein eindeutiges Übergewicht des Bärenlagers zeigt. Der Monatsbalken ändert sich nur zum Monatsende mit den entsprechenden Schlusskursen. Er zeigt hier noch das Verhältnis per Ende Januar, das – langfristig gesehen – zu dem Zeitpunkt noch in Ordnung war.
Fazit
Die Märkte sind deutlich angeschlagen. Das zeigen die hier verwendeten Modelle sehr klar. Lassen Sie sich also nicht von kurzfristigen Erholungsversuchen (technische Reaktionen) irritieren, denn die gibt es immer mal wieder. Es geht um die grundsätzliche Trendrichtung und die ist zurzeit klar negativ, und zwar weltweit!
Nach einem freundlichen Börsenstart ins neue Jahr in den ersten beiden Januarwochen muss dieser Start in der Beurteilung nach sechs Wochen jedoch als gründlich misslungen angesehen werden. Ich empfehle dem mittelfristig orientierten Anleger deshalb, sich mit Neuengagements zurückzuhalten.
"Rückenwind" vom Freitag, den 15. Januar 2010
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Jahresendrally“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima direkt vor Weihnachten (s. Archiv). Darin wurde das Fazit gezogen, dass mit dem Ausbruch des DAX aus der Diamant-Formation der Startschuss für die Jahresendrally gelegt worden war. Gleichzeitig wurde dies als das charttechnische Signal angesehen, das einen weiteren Kursanstieg auch zu Jahresbeginn erwarten lassen würde.

Tatsächlich konnte der DAX seither in der Spitze weitere 150 Punkte zulegen. Das durchschnittliche Kursniveau der fünfzig wichtigsten Aktienindizes weltweit stieg seit Weihnachten sogar um 3,7%. Wie gut die allgemeine Tendenz an den Börsen seither war, sehen Sie auch daran, dass in den zurückliegenden 3½ Wochen nur drei Indizes an Wert verloren, während 47 dazu gewonnen haben.
Bild1AllgemeinerAktienklima-Indikator15012010
Abb.1: Internationaler Aktienklima-Indikator
Diese robuste Verfassung der allgemeinen Tendenz ließ den Aktienklima-Indikator in der Abbildung 1 seine monatelange Konsolidierungsphase (magentafarben) beenden und erstmals wieder über seinen gleitenden Durchschnitt steigen (s. Pfeil A).Dass sich eine Abschwächung in der Abwärtstendenz des Aktieklima-Indikators abzeichnen könnte, war an der positiven Divergenz zum MACD im unteren Chartfenster zu erkennen (s. Pfeil B). Dieser wies in den letzten Wochen schon wieder eine steigende Tendenz auf, während der Indikator im oberen Fenster noch fiel. Inzwischen ist der MACD ebenfalls wieder über seinen Schwellenwert gestiegen, was ein weiteres positives Indiz ist.
Bild2GoerkesBullBearIndikationfuerdieDAX-Werte15012010
Abb.2: Goerkes DAX-Bull/Bär Indikation
Die Tatsache, dass in den vergangenen Wochen die überwiegende Mehrzahl der Indizes gestiegen ist, gibt Ihnen schon einen Hinweis darauf, dass die Bullen am Ruder sind. Wie diese Situation auf aktueller Basis für den DAX ganz konkret aussieht, zeigt Ihnen in der Abbildung 2 die nachfolgende Grafik mit der Bull/Bear-Indikation, die ich an dieser Stelle erstmals der Öffentlichkeit vorstelle. Der Vorteil dieser Darstellungsweise liegt darin, dass sie sehr viele Informationen auf einmal enthält. Auf der einen Seite können Sie hier erkennen, wie stark sich die beiden Gruppen (Bullen und Bären) prozentual auf die 30 DAX-Aktien verteilen. Hierbei spiegeln die weißen Flächen die Kraft der Bullen und die schwarzen Flächen die Kraft der Bären wider. Zusätzlich wird dieses Kräfteverhältnis noch auf den drei Zeitebenen der täglichen, der wöchentlichen und der monatlichen Betrachtung dargestellt. Der jüngste Kursrückgang im DAX hat das Lager der Bären auf Tagesbasis (kurzfristig) etwas gestärkt, aber auch hier bleiben die Bullen noch leicht in der Überzahl. Auf Wochen- und auf Monatsbasis (also auf mittel- bis langfristige Sicht) ist das Verhältnis der beiden Lager aus Sicht der Bullen aktuell ebenfalls noch ungetrübt.

Im historischen Vergleich ist das hier abgebildete Kräfteverhältnis positiv zu bewerten. Vor zwei Jahren, am 11. Januar 2008, zu Beginn der allgemeinen Abwärtsbewegung im DAX und wenige Tage vor Aufdeckung der Spekulationsverluste in Milliardenhöhe bei der französischen Bank Société Générale lag das Lager der Bären auf Tagesbasis schon bei 80%, auf Wochenbasis bei 63,3% und auf Monatsbasis immerhin bei 46,7% – und damit insgesamt deutlich schlechter als jetzt!
Vor einem Jahr, am 16. Januar 2009 war das Ergebnis noch erdrückender. Auf Tagesbasis 83,3% für die Bären, auf Wochenbasis 86,7% für die Bären und auf Monatsbasis sogar 93,3% für die Bären! Damals fiel der DAX in der Folge von 4.366 Zählern bis zum 09. März auf 3.692 Punkte (-15,5%).
Bild3DAXmitDivergenz-Indikator15012010
Abb.3: DAX mit Divergenz-Indikator
Bleibt die Frage, ob das Momentum, also die Schwungkraft im DAX derzeit noch stimmt oder ob hier eine Abschwächung erkennbar ist. Dazu schauen Sie sich bitte die Abbildung 3 an. Wenn ein Markt vor einer Konsolidierung bzw. Korrektur steht, deutet sich das sehr häufig durch das Auftreten negativer Divergenzen zu einem Indikator wie dem MACD oder dem RSI an. Der von mir entwickelte Divergenz-Indikator quantifiziert das Erscheinen solch positiver (grün) und negativer (rot) Divergenzen in den 30 DAX-Aktien.
Sie können in dem abgebildeten Zeitraum gut erkennen, dass nach dem verstärkten Auftreten negativer Divergenzen (Pfeile 1 und 2) kurze Zeit später eine Konsolidierung des Marktes folgte (Pfeile 1a und 2a). Aktuell lässt sich sagen, dass zwar die Häufung negativer Divergenzen zuletzt leicht zugenommen hat (Pfeil 3), jedoch noch lange nicht das bedenkliche Niveau vom Juni und Oktober erreicht hat. Die Gefahr einer Korrektur aufgrund eines starken Momentumverlustes spielt derzeit also für den DAX eine untergeordnete Rolle.

Fazit
Die Märkte sind weltweit mit deutlichem Rückenwind in das neue Jahr gestartet. Das allgemeine Aktienklima erweist sich weltweit als robust. Davon profitiert auch unser heimisches Börsenbarometer. Allerdings muss auch gesagt werden, dass das Momentum in den anderen deutschen Teilindizes MDAX, SDAX und vor allen Dingen auch im TecDAX deutlich besser ist als im DAX. Der Momentum orientierte Anleger kann also derzeit aus Sicht der technischen Analyse mit einem guten Chance/Risiko-Verhältnis in starke Werte investiert sein.
"Jahresendrally" vom Mittwoch, den 23. Dezember 2009
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Gesunde Skepsis“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor fünf Wochen am 13. November (s. Archiv). Darin wurde als Fazit gezogen, dass die Märkte nach der monatelangen Hausse reif für eine Konsolidierung bzw. eine Korrektur seien und von daher Neukäufe zurückgestellt werden sollten. Begründet wurde dies mit dem teilweise historisch hohen Abstand einiger Indizes von ihren 200-Tage-Linien. Ein nahtloser Übergang in eine Jahresendrallye wurde eben genau deshalb mit der besagten „gesunden Skepsis“ betrachtet.

Seit dieser letzten Analyse stiegen die Kurse der 50 wichtigsten Indizes auf Basis ihrer jeweiligen Heimatwährungen um durchschnittlich 0,9% (€-Basis: +2,84%). Dabei betrug das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererindizes 34:16. Auch die deutschen Teilindizes gewannen seither, und zwar wie folgt: TecDAX (+6,5%), DAX (+4,6%), MDAX (+2,4%) und SDAX (+1,7%). Aus heutiger Sicht muss diese damalige Skepsis und die damit verbundene zurückhaltende Einstellung als zu vorsichtig betrachtet werden.
Bild1DAXmitDiamant-Formation
Abb.1: DAX mit Diamant-Formation
Wie die nebenstehende Grafik in der Abbildung 1 exemplarisch am Beispiel des DAX zeigt, kam es nach der Aufwärtsbewegung der Vormonate zwischen Mitte September und Mitte Dezember zu einer Konsolidierungsphase, innerhalb der sich die eher seltene charttechnische Formation eines Diamanten (gelb) ausbildete.In der Charttechnik gelten solche Diamant-Formationen als Trendwende-Formationen, die allerdings nach statistischen Untersuchungen des Autors Thomas N. Bulkowski mit einer Fehlerquote von 25% behaftet sind. Kürzlich Tagen kam es dann zum Ausbruch aus dieser Formation nach oben (Pfeil). Während also wochenlang zwischen 5.800 und 5.900 Punkten buchstäblich „der Deckel drauf war“, startete mit dem jüngsten Ausbruch doch noch die ersehnte Jahresendrallye. Damit muss auch die bisher vorsichtige Einschätzung (zumindest f. d. DAX) revidiert werden, denn dies bedeutet, dass jetzt auch von einer Fortsetzung des übergeordneten Trends ausgegangen werden kann und die Diamant-Formation nur eine temporäre Konsolidierungs-Formation für den DAX darstellte.
Bild2AllgemeinerAktienklima-Indikator18122009
Abb.2: Internationaler Aktienklima-Indikator
Das internationale Aktienklima hingegen befindet sich noch im Stadium einer weltweiten Korrektur (Abbildung 2). Es setzt sich allerdings aus dem durchschnittlichen Momentum 50 internationaler Indizes zusammen. Wenn es dann einem Index wie dem DAX gelingt, im Rahmen eines derartigen Aktienklimas aus einer Konsolidierungsphase auszubrechen, zeugt das von Relativer Stärke.

Fazit
Das allgemeine Aktienklima liegt gemessen an den meisten Indizes immer noch im Korrektur- bzw. Konsolidierungsbereich. Der DAX konnte sich in den letzten Tagen von dieser Tendenz lösen und setzte den Startschuss für eine Jahresendrallye. Gleichzeitig wird das charttechnische Signal geliefert, das einen weiteren Kursanstieg auch zu Jahresbeginn erwarten lässt. Damit hellt sich die Situation – wenn auch noch nicht für die internationale Tendenz – doch aber zumindest für unser heimisches Börsenbarometer kurzfristig wieder auf.

Die Einschätzung und Beschreibung der allgemeinen Börsentendenz anhand des hier verwendeten Aktienklima-Indikators führte im Rahmen dieser Kolumne in diesem Jahr zu einer Trefferquote von 75% (s. Archiv). Sie sehen, es lohnt sich, als interessierter Börsenanleger regelmäßig auf der Website der n-tv – Telebörse rein zu schauen!

Den Lesern dieser Kolumne wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest und einen friedvollen Übergang ins neue Jahr.
"Gesunde Skepsis" vom Freitag, den 13. November 2009
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Weiter als erwartet“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor genau vier Wochen am 16. Oktober (s. Archiv). Darin wurde auf den im historischen Vergleich großen Abstand einiger Indizes wie dem DAX von ihren 200-Tage-Linien hingewiesen. Derartige Messungen können dem Anleger einen Eindruck vermitteln, ob ein Markt überkauft oder überverkauft ist. Das Fazit war, dass der Aktienmarkt für Neuengagements als zu korrekturanfällig angesehen wurde.

Seit der letzten Analyse fielen die Kurse der fünfzig wichtigsten internationalen Indizes im Durchschnitt um 1,5% (€-Basis: -1,75%). Dabei betrug das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererindizes 15:35. Auch die deutschen Teilindizes verloren, und zwar wie folgt: MDAX (-5,0%), DAX (-3,6%), SDAX (-3,3%) und TecDAX (-2,9%).
Bild1DAXmit200TageLinienIndikator13_Jahre
Abb.1: DAX mit 200-Tage-Linien-Indikator
Um sich einen Eindruck davon zu machen, wo wir derzeit im Auf und Ab der Börsen stehen, werfen Sie bitte mal einen Blick auf die nebenstehende Grafik. Im Chart der Abbildung 1 sehen Sie einen Langfrist-Chart des DAX mit seinem 200-Tage-GD über 13 Jahre. Im unteren Fenster ist ein Indikator abgebildet, der die durchschnittliche Entfernung (in %) 25 internationaler Indizes von ihren jeweiligen 200-Tage-Linien zeigt. Deutlich ist zu erkennen, dass dieser Indikator durch die weltweite Kursrally der letzten Monate ein Mehrjahreshoch erreicht hat. Ich finde, dass die Grafik eine gute Vorstellung davon vermittelt, wie stark (auch im historischen Vergleich) dieser allgemeine Anstieg der Aktienkurse zuletzt gewesen ist. Beeindruckend ist, dass seit dem Tief Anfang März keine größere Konsolidierung erfolgt ist. Seinen Höchststand hatte der Indikator bisher am 17. September mit einem Abstand von durchschnittlich 27,7% (s. gelbe Ellipse). Man könnte auch sagen, wir sind eher „oben“ als „unten“. Ich hatte auf diesen Umstand auch bereits im „Telebörse“-Interview zur Chartanalyse am 23.10. hingewiesen (s. Video).
Bild2AllgemeinerAktienklima-Indikator3JahreTagesbasis
Abb.2: Internationaler Aktienklima-Indikator
Der Aktienklima-Indikator in Abbildung 2, der Ihnen die Veränderung und den Status Quo des globalen Börsenklimas vor Augen führt, befindet sich seit einigen Wochen im Stadium einer allgemeinen Korrektur (s. blauen Pfeil im oberen Chartfenster). Dabei ist es diesem Indikator in den letzten Tagen erstmals seit Mai wieder gelungen, die Übertreibungszone (> 1,1 = gestrichelte Linie) wieder nach unten zu verlassen.

Der MACD im unteren Chartfenster tendiert ebenfalls seit einigen Wochen unterhalb seines Schwellenwertes (Null-Linie). Dieser Umstand in Verbindung mit der monatelangen Divergenz, die sich zuvor ausgebildet hatte (Strecke A/B steigt, während Strecke C/D fällt) ist beunruhigend und kann als ein Warnhinweis verstanden werden.

Fazit
Die Märkte bleiben unverändert reif für eine Konsolidierung / Korrektur. Allerdings bleibt auch festzuhalten, dass sie sich bisher erstaunlich resistent dagegen zeigen. Ob allerdings nach der beschriebenen monatelangen Rally die Märkte unvermittelt weiter mit Volldampf in eine Jahresendrally übergehen, muss bei dieser indikatorentechnischen Situation mit einer gesunden Skepsis betrachtet werden. Anders als noch vor einem Monat an dieser Stelle vermutet sind wir freundlich in den neuen Monat gestartet. Aber der November ist noch nicht vorbei. Ich bleibe lieber vorsichtig und empfehle weiterhin keine Neukäufe.
"Weiter als erwartet" vom Freitag, den 16. Oktober 2009
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Atypisches Börsenjahr“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor genau vier Wochen am 18. September (s. Archiv). Darin wurde auf den bisher atypischen Verlauf der Börsenentwicklung in diesem Jahr hingewiesen. Das Fazit war, dass selbst für den statistisch schlechtesten Börsenmonat September dieses Mal ein guter Ausgang für möglich gehalten wurde und dass die hier verwendeten Modelle noch nicht die Gefahr eines Rückschlages andeuteten.

Tatsächlich endete der gefürchtete September dieses Jahr überaus freundlich! Im Durchschnitt konnten fünfzig internationale Börsenindizes auf Basis ihrer Heimatwährungen 4,7% zulegen. Insgesamt schlossen nur vier Börsen (darunter Japan) im Minus.
Auch seit der letzten Analyse haben sich die Börsen weltweit positiv entwickelt und legten durchschnittlich 2,6% zu. Dabei lag das Verhältnis der Gewinner- zu den Verliererindizes in den letzten vier Wochen bei 42:8. Das zeigt, wie stark die Bullen zuletzt am Ruder waren.
Bild1AllgemeinerAktienklimaIndikator3JahreTagesbasis15102009
Abb.1: Aktienklima-Indikator 3 Jahre
Der Aktienklima-Indikator, der Anlegern die Veränderung und den Status Quo des globalen Börsenklimas vor Augen führt, liegt nach wie vor über seinem langjährigen Durchschnitt und hat sich gegenüber der Analyse von Mitte September hinsichtlich seines Niveaus kaum verändert (Abbildung 1). Er ist allerdings inzwischen unter seinen gleitenden Durchschnitt (GD) gefallen (s. blauer Pfeil). Damit ist er nach der Interpretation dieses Modells in das Stadium einer allgemeinen Korrektur (magentafarbene Phase) eingetreten. Daran konnte auch die zuletzt sehr freundliche Tendenz an den internationalen Börsen nichts ändern.
Das Chartbild zeigt Ihnen, dass die Hausse-Bewegung inzwischen in eine sehr reife Phase eingetreten ist. Der Indikator läuft seit geraumer Zeit nur noch mehr oder weniger seitwärts.
Auffallend ist vor allen Dingen die sich seit Monaten aufbauende Divergenz zum MACD im unteren Chartfenster. Seit dem Hochpunkt im MACD (Punkt C am 8. Mai) sind jetzt schon mehr als fünf Monate vergangen! Schon in der letzten Analyse schrieb ich, dass derartige Divergenz-Ausformungen hinsichtlich ihrer zeitlichen Ausprägung nur sehr schwer einzuschätzen sind. Seither sind die Kurse gestiegen, der MACD ist jedoch trotzdem noch weiter unter seinen Schwellenwert (Null-Linie) gefallen (s. blauer Pfeil) und die Divergenz wurde damit noch größer. Wann löst sie sich endlich auf?
DAXmitDivergenzIndikator
Abb. 2:DAX mit Divergenz-Indikator
An dieser Stelle veröffentliche ich erstmals den von mir entwickelten Divergenz-Indikator für ein breites Publikum. Genauso wie in Abbildung 1 eine negative Divergenz festgestellt wird, kann natürlich auch untersucht werden, wie viele Divergenzen in den Aktien eines Index auftreten. Dies verdeutlicht der Divergenz-Indikator. Er zeigt in der Abbildung 2 die Anzahl der positiven (grün) und negativen Divergenzen (rot) für die 30 DAX-Aktien in den letzten 1½ Jahren. Der letzte Hochpunkt im DAX (Punkt 1), der von einer nennenswerten Konsolidierung abgelöst wurde, war von einer hohen Zahl negativer Divergenzen begleitet (Punkt A). Dies war ein Zeichen abnehmenden Momentums im Markt. Auch die aktuelle Situation (Punkt 2) zeigt wieder eine vergleichsweise hohe Anzahl negativer Divergenzen (Punkt B). Zwar gibt es an der Börse keine Garantien – es muss also jetzt nicht zwangsläufig zu einer Korrektur kommen – aber das Chance/Risiko-Verhältnis für den Anleger hat sich aus Sicht der „Divergenz-Betrachtung“ erstmals verschlechtert. Oder anders ausgedrückt: Der DAX ist auf dem jetzigen Niveau zumindest anfälliger für Korrekturen geworden.
Bild3DAXmitProzentAbstandzur200TageLinie15102009
Abb.3: DAX mit %-Abstand zur 200-Tage-Linie
Ist der DAX in einer Übertreibungsphase? Derartige Fragen lassen sich beantworten, indem der Abstand des Kursniveaus zu einem gleitenden Durchschnitt gemessen wird und mit zurückliegenden Übertreibungsphasen im Rahmen einer möglichst langfristigen Rückblende verglichen wird. Der bekannteste gleitende Durchschnitt ist der 200-Tage-GD. Was liegt also näher als einmal den DAX dahingehend zu untersuchen, wie weit er sich in der Vergangenheit von diesem GD entfernt hat? Dies sehen Sie in Abbildung 3.
Im oberen Chartfenster sehen Sie den DAX mit seiner 200-Tage-Linie (rot) im Zeitraum der letzten zehn Jahre. Die langfristigen Wendepunkte des GDs wurden mit Pfeilen hervorgehoben.

Im mittleren Chartfenster sehen Sie den prozentualen Abstand des DAX zu diesem 200-Tage-GD. Derzeit liegt er etwa 20% über der Durchschnittslinie (gelbes Oval). Dass dies eine Hausmarke ist, die es zu beachten gilt, zeigt Ihnen das Verhalten in den Jahren 2003 und 2007. Dort kam es ebenfalls zu derart hohen prozentualen Entfernungen vom GD und auch zu entsprechenden (allerdings nur kleineren) Konsolidierungen (Punkte 1 und 2).
Dass es jeweils nur kleinere Konsolidierungen waren, lag vermutlich daran, dass gleichzeitig eine hohe Anzahl von internationalen Indizes mit ihren Kursen über ihren steigenden gleitenden 200-Tage-Linien notierten. Dies zeigt ihnen nämlich das Chartbild im unteren Fenster. Auch jetzt liegen wir immer noch bei 100%, d. h. alle 30 internationalen Indizes, die hier in die Berechnung einfließen, haben Kurse über ihren steigenden langfristigen GDs und das ist ein guter Wert.
Fazit
Die Märkte sind bisher weiter gelaufen als von mir erwartet. Ich hatte schon in den letzten zwei Wochen mit einer allgemeinen Konsolidierung gerechnet. Bisher ist sie ausgeblieben. Dass jedoch ein solcher, durchaus gesunder „Rücksetzer“ auf dem derzeitigen Niveau ins Kalkül mit einbezogen werden sollte, habe ich Ihnen anhand verschiedener Methoden der technischen Analyse dargelegt. Wohlgemerkt: Konsolidierung! Nicht Trendwende, Baisse oder gar Crash! Damit rechne ich aufgrund des ansonsten langfristig gesunden Marktumfeldes aktuell nicht. Denn dazu fehlen mir auf aktueller Basis die Anhaltspunkte. Für einen Neueinstieg ist der Markt zu korrekturanfällig. Kursgewinne in bestehenden Positionen werden durch nachgezogene Stoppkurse abgesichert. Vielleicht fällt ja der Beginn der Korrektur genau in den Anfang des für Aktienanlagen statistisch guten Halbjahres ab November? Würde doch in ein „atypisches Börsenjahr“ gut hineinpassen oder?
"Atypisches Börsenjahr" vom Freitag, den 18. September 2009
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Märkte im Aufwind“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor genau fünf Wochen am 14. August (s. Archiv). Darin wurde auf die deutlich verbesserte Situation in der technischen Verfassung der 30 weltweit wichtigsten Aktienindizes auch gerade im Hinblick auf ihre langfristigen Indikatoren hingewiesen. Fast alle beobachteten Indizes lagen beispielsweise mit ihren Kursen über ihrer steigenden 200-Tage-Linie, welche die langfristige Trendrichtung vorgibt. Ein derart hoher Wert (97%) ist sehr bullish anzusehen. Deshalb lautete auch das Fazit Mitte August, dass die Börsenampeln wieder auf grün stehen.

Tatsächlich konnten die weltweiten Indizes seit dieser letzten Analyse auf Basis ihrer Heimatwährungen im Durchschnitt weitere 6,9% zulegen (€-Basis: +5,5%). Und das in einer für Börsen statistisch schwierigen Jahreszeit! Herausragend waren dabei die beiden osteuropäischen Börsenplätze Moskau und Budapest. So konnte der russische RTX über 18% und der ungarische BUX-Index über 14% hinzugewinnen. Die Börsenphase im zurückliegenden Betrachtungszeitraum war allgemein so gut, dass nur drei von fünfzig Indizes einen Verlust ausweisen. Dazu gehören die beiden japanischen Indizes Topix (-3,7%) und der Nikkei 225 (-1,45%).
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Abb. 1: Aktienklima-Indikator (Tagesbasis, 3 Jahre)
Der Aktienklima-Indikator, der Anlegern die Veränderung und den Status Quo des globalen Börsenklimas vor Augen führt, liegt nun schon seit vielen Monaten über seinem langjährigen Durchschnitt (Abbildung 1). Möglichweise ist das eine Folge der vorangegangenen Übertreibung nach unten, der jetzt eine Übertreibung in die entgegengesetzte Richtung folgt. Der Indikator selbst liegt knapp unter seinem steigenden 38-Tage-Durchschnitt (s. Pfeil im oberen Fenster). Allerdings baut sich schon seit einigen Monaten eine negative Divergenz zum MACD im unteren Chartfenster auf (s. Strecken A/B und C/D). Derartige Divergenzen bedeuten normalerweise nichts Gutes (s. Jahreswechsel 2006/2007), sind aber im Hinblick auf ihre zeitliche Ausprägung schwer einzuschätzen. Auch vor 2½ Jahren dauerte die Ausbildung der damaligen Divergenz mehrere Monate, bevor schließlich im März 2007 eine kurzfristige Korrektur einsetzte.
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Abb. 2: Aktienklima-Indikator (Wochenbasis, 5 Jahre)
Die Abbildung 2 zeigt Ihnen den DAX in den letzten zehn Jahren. Mit eingezeichnet ist seine 200-Tage-Linie (rot), wobei die jeweiligen Wendepunkte durch Pfeile hervorgehoben sind. Die feste Tendenz an den Börsen in den letzten Wochen hat den Indikator im unteren Chartfenster auf 100% steigen lassen. Das heißt, alle 30 weltweiten Indizes, die in diese Berechnung einfließen, liegen über ihrem steigenden 200-Tage-GD. Dies unterstützt nach wie vor das technische Bild des weltweiten Aktienklimas im positiven Sinne. Vergleicht man die aktuelle Situation mit der des Jahres 2003 (gelbe Rechtecke), könnte der Eindruck entstehen, dass die Börsen die Krise bereits „ad acta“ gelegt haben. Auffallend ist ebenfalls, dass während er gesamten Hausse der Jahre 2003 bis Ende 2007 der Indikator (fast ununterbrochen) über seinem Schwellenwert (Null-Linie) notierte.
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Abb. 3: Börsenphasen-Barometer
Ein anderer Marktstruktur-Indikator ist der von mir entwickelte und erstmals in meiner Analyse vom 20. Februar an dieser Stelle vorgestellte Multi-MACD-Indikator (Abbildung 3). Er zeigt an, wie viele von fünfzig internationalen Indizes auf Monatsbasis ein MACD-Kaufsignal generieren. Per 31. August wies er erstmals wieder seit dem 28.12.2007 einen positiven Wert von 78% (s. Pfeil) aus. Sollte sich in den verbleibenden 1½ Wochen dieses Monats nichts Gravierendes im negativen Sinne ändern, würde auch dieser Indikator am Monatsende bei 100% stehen. Sie können in der Grafik erkennen, dass auch dieser Indikator die Haupt-Trendphasen im DAX in den vergangenen zehn Jahren gut „erwischt“ hat, wenn auch immer mit einer Zeitverzögerung von drei bis vier Monaten. Insofern soll er dem mittel- bis langfristig orientierten Anleger nur eine Vorstellung davon geben, wie die allgemeine Lage einzuschätzen ist.


Übrigens, die in der letzten Analyse abgebildete Relative Stärke-Rangliste der DAX-Werte zeigte die Commerzbank an erster Stelle und damit als die Aktie mit dem höchsten Momentum. Die Volkswagen-Aktie stand zum damaligen Zeitpunkt nur auf Rang 28. Seither stieg der DAX um 6,1%, die Commerzbank-Aktie um 44,6%(!) und die VW-Aktie fiel um 46,7%! Ein schönes Beispiel für Trendkontinuität, das die grundlegende Basis für die hier vorgestellte Strategie (Momentumstrategie) bildet.
Fazit
Bisher verlief das Börsenjahr eher atypisch. Die ersten drei Monate, die häufig von einer freundlichen Börsentendenz bestimmt sind, waren dieses Jahr noch von der Subprime-Krise bestimmt und neigten deutlich zur Schwäche. Und in der eher ruhigen Börsenphase der Sommermonate setzte eine unerwartete Kursrallye rund um den Globus ein. Wenn also in diesem Jahr alles anders läuft als sonst, würde es mich auch nicht wundern, wenn der September dieses Mal vielleicht sogar im Plus schließt.
Die hier verwendeten Modelle zeigen derzeit jedenfalls keine akute Gefahr für einen Rückschlag größeren Ausmaßes. Sie bleiben also weiter investiert und ziehen allenfalls Ihre Stoppkurse nach, um die aufgelaufenen Gewinne abzusichern.
"Märkte im Aufwind" vom Freitag, den 14. August 2009
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
Wer in der Lage ist, das Aktienklima eindeutig zu bestimmen, kann sich entsprechend an den Börsen positionieren: In der Hausse wird das Depot zu 100% mit guten, trendstarken Aktien bestückt, in der Baisse ist man nicht mehr investiert oder setzt gar auf fallende Kurse.

„Trendwende“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima vor zwei Wochen am 31. Juli (s. Archiv). Darin wurde auf die deutlich verbesserte technische Verfassung der 30 weltweit wichtigsten Aktienindizes hingewiesen. Zwei Drittel der beobachteten Indizes lagen mit ihren Kursen über ihrer steigenden 200-Tage-Linie, welche die langfristige Trendrichtung vorgibt.
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Abb. 1: DAX mit 200-Tage-Linien-Indikator (10 Jahre)
Seither haben die Kurse in diesen Indizes erneut um durchschnittlich 2,7% zugelegt. Dadurch stieg auch die Zahl der Indizes an, deren Kurs über ihrem langfristigen gleitenden Durchschnitt notiert. Diese liegt inzwischen bei 96,67%. Das bedeutet, dass aktuell 29 von 30 Indizes dieses positive Merkmal aufweisen (Abbildung 1).

Die Abbildung zeigt Ihnen den DAX in den letzten zehn Jahren. Mit eingezeichnet ist seine 200-Tage-Linie (rot). Die Grafik zeigt eindrucksvoll die Bedeutung von Wendepunkten in diesem gleitenden Durchschnitt. Im unteren Chartfenster sehen Sie die prozentuale Veränderung dieses Indikators in den wichtigsten Indizes. Ein Stand von +100 bedeutet, dass alle beobachteten Indizes über ihrer steigenden 200-Tage-Linie notieren (positiv). Liegt der Indikator bei -100 heißt das, alle 30 Indizes liegen unterhalb ihrer fallenden 200-Tage-Linie (negativ).

Dass die derzeitige Situation von der Entwicklung des Aktienklimas her durchaus mit der des Jahres 2003 vergleichbar ist, sehen Sie anhand der farbigen Rechtecke. Genau wie im Jahr 2003 ist der Indikator innerhalb von vier Monaten aus der unteren Extremzone in die obere Extremzone gestiegen. Derart hoch stand er zuletzt vor zwei Jahren – Ende Juli 2007!

Der einzige Index, der noch etwas nachhängt, ist der russische RTX. Aber auch seine 200-Tage-Linie fällt nur noch marginal in der zweiten Nachkommastelle.
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Abb. 2: DAX mit Multi-MACD-Indikator (Monatsbasis)
Er wird auf Monatsbasis berechnet und basiert auf dem in der technischen Analyse bekannten MACD-Indikator. Er zählt einfach die Indizes ab, die auf seiner Berechnungsbasis ein Kaufsignal zeigen. Auch dieses Ergebnis wird dann wieder prozentual dargestellt. Das Ergebnis sehen Sie in Abbildung 2. Neben dem 200-Tage-Linien – Indikator steht auch dieser Indikator das erste Mal seit dem 28.12.2007 wieder auf „Kauf“ (s. Pfeil).

Wie stellt sich die Situation nun für die 30 DAX-Werte dar?
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Abb. 3: Relative Stärke-Rangliste DAX-Werte
Die Abbildung 3 zeigt Ihnen die DAX-Werte sortiert nach ihrer Relativen Stärke (gelbe Spalte). Werte über 1,0 zeigen eine grundsätzlich positive Tendenz der Aktie und Werte kleiner 1,0 eine entsprechend negative. Die Mehrheit aller DAX-Aktien (26 Stck. = 87%) befindet sich demnach aktuell in einem Aufwärtstrend.

Neu ist die Bewertung mit farbigen Pfeilen. Sie geben eine Aussage darüber, ob sich die betreffende Aktie besser oder schlechter entwickelt als der Index (DAX), in den sie eingebettet ist. Diese Bewertung beruht auf dem Trendrichtungs-Indikator (TRI), einer Neuentwicklung des Autors. Der TRI bietet dem Anleger eine optisch visuelle Hilfe, wie sich sein Aktienengagement im Kontext verhält. Dies ist eine zusätzliche Information über das Trendverhalten einer Aktie in Abhängigkeit zum Index. Dabei sollte er nach Möglichkeit nur Aktien kaufen und halten, die eine Outperformance (grüne Pfeile) zum Index zeigen. Je nachdem wie stark die Über- bzw. Unterperformance zum DAX ist, erhält die Aktie einen oder zwei Pfeile. Änderungen im Trendverhalten einer Aktie können auf diese Weise schnell erkannt werden.

Fazit:
Das Jahr 2009 entpuppt sich in seiner Börsenentwicklung bisher als eher atypisches Börsenjahr. In den ersten drei Monaten, die noch zum statistisch günstigen Halbjahr für Aktien gehören (November bis April) fielen die Kurse. Jetzt in den normalerweise flauen Sommermonaten erleben wir eine Kursrallye.

Den Börsen sagt man nach, dass sie die wirtschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft vorwegnehmen. Gestern war zu vernehmen, dass die deutsche Wirtschaft nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im zweiten Quartal 2009 um 0,3% im Vergleich zum Vorquartal gewachsen ist und ein Ende der Rezession wahrscheinlich ist. Der DAX steigt aber schon wieder seit Anfang März! Wie ist dann erst die weltweite Verbesserung im Trend der wichtigsten Börsenindizes zu interpretieren?

Die Langfristindikatoren zeigen, dass sich die Börsen rund um den Globus wieder im Aufwind befinden. Wohlgemerkt: Technische Indikatoren sind nicht perfekte Signalgeber, aber sie können uns zumindest Indikationen liefern und dadurch helfen, das Chance/Risiko-Verhältnis bei Investitionen in den Aktienmärkten zu verbessern. Das ist immer noch besser als seine Börsengeschäfte „blind“ zu tätigen. Wie auch immer, die Börsenampeln stehen auf jeden Fall wieder auf grün.
"Trendwende" vom Freitag, den 10. Juli 2009
Quelle: ntv Rubrik Tipps und Trends
„Weltweite Korrektur“ lautete die Überschrift dieser Kolumne zum allgemeinen Aktienklima am 13. Juli (s. Archiv). Aus heutiger Sicht war die Empfehlung zur allgemeinen Zurückhaltung bei Aktieninvestments zu vorsichtig und nicht angebracht. Die Kurse kannten seither fast nur eine Richtung: nach oben. Inzwischen ist durch die Rallye der letzten beiden Wochen hinsichtlich der technischen Betrachtungsweise der Märkte soviel passiert, dass es angebracht erscheint, den monatlichen Rhythmus dieser Kolumne durch eine Zwischenanalyse zur Monatswende zu ergänzen.

Die 200-Tage-Linie ist eine der einfachsten und auch gleichzeitig bekanntesten Indikatoren in der Technischen Analyse. Selbst diejenigen, die mit dieser Disziplin nicht so vertraut sind, haben meistens schon mal etwas von ihr gehört.
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Abb. 1: DAX mit 200-Tage-Linie (10 Jahre)
Die 200-Tage-Linie ist ein langfristiger gleitender Durchschnitt (GD), der den Kursverlauf einer Aktie oder eines Index glättet. Notiert der Kurs oberhalb des steigenden gleitenden Durchschnitts befindet sich der Markt in einem langfristigen Aufwärtstrend, liegt er unter dem fallenden GD, so liegt ein Abwärtstrend vor.

Die Grafik zeigt Ihnen den DAX über 10 Jahre mit seinem 200-Tage-GD (rot). Eine Änderung in der Trendrichtung dieses Indikators kommt, wie Sie gut erkennen können, nur alle Jubeljahre vor. Wenn wir also feststellen können, dass dieser GD seit letztem Montag nach 1½ Jahren mit fallender Tendenz erstmals wieder steigt, dann ist das schon ein beachtenswertes Kriterium und für den DAX eindeutig positiv zu werten.

Lassen Sie uns nun über den Tellerrand hinausblicken und der Frage nachgehen, wie denn aktuell die Situation bzgl. der 200-Tage-Linie in den anderen internationalen Indizes aussieht. Auch hier kann uns technische Analyse einen guten Einblick liefern.
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Abb. 2: DAX mit 200-Tage-Linien-Indikator (10 Jahre)
Die Abbildung zeigt Ihnen im oberen Fenster wieder den DAX mit seinem 200-Tage-GD zum Vergleich. Im unteren Fenster sehen Sie einen Indikator, der die Frage beantwortet, wie viele internationale Indizes derzeit über ihrer steigenden(!) 200-Tage-Linie notieren und damit ebenfalls per Definition in einem Aufwärtstrend sind. Dabei werden die 30 weltweit wichtigsten Indizes in die Kalkulation mit einbezogen.

Notieren alle Indizes über ihrem steigenden 200-Tage-GD, nimmt der Indikator den Wert +100 an. Liegen alle Indizes unter ihren fallenden langfristigen GDs, dann erhalten wir den Wert -100.

Deutlich ist zu erkennen, dass in der langen Bullenphase des DAX von 2003 bis Ende 2007 auch die weltweiten Indizes überwiegend über ihren 200-Tage-Durchschnitten notierten. Der DAX wurde von einem weltweit positiven Aktienklima mitgetragen. Anfang 2008 fiel dann der Indikator wie ein Stein tief unter den Schwellenwert (Null-Linie) und verharrte dort 1½ Jahre – bis vor zwei Wochen. Zum Zeitpunkt der letzten Analyse lag der Indikator noch unterhalb des Schwellenwertes (s. Pfeil A).

Erst die Kursrallye der vergangenen beiden Wochen ließ bei den Indizes derart viele GDs nach oben drehen, dass jetzt schon zwei Drittel von ihnen wieder in einem Aufwärtstrend sind (Punkt B). Das ist der höchste Stand seit Ende Oktober 2007! Und das ist auch deutlich mehr als das, was damals die Zwischenerholung Mitte 2002 im Rahmen der Mega-Baisse 2000/2003 hervorbrachte (Punkt C). Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass wir derzeit mehr als nur eine Zwischenerholung erleben.

Es gibt nur noch wenige Indizes, deren 200-Tage-Linien noch fallen (z. B. Dow Jones und S&P 500). Sie fallen auch nur noch marginal (teilweise nur noch in der zweiten Nachkommastelle). Hier bedarf es nur geringfügiger weiterer Kurssteigerungen, dann drehen auch dort die gleitenden Durchschnitte.

Fazit
An der Börse gibt es keine hundertprozentige Sicherheit. Technische Analyse kann uns nur Indizien liefern. Sollte es sich bei diesem Signal also nicht um ein Fehlsignal handeln, dann erleben wir derzeit mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die langfristige Trendwende an den internationalen Aktienmärkten. Anders ist die laufende Entwicklung nicht zu interpretieren. Für den Anleger sollte sich damit das Chance/Risiko-Verhältnis für Aktienanlagen im Allgemeinen wieder deutlich bessern.